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Sechste Gruppe. Die Bekleidungsgewerbe.
sntha-,<nnm, und zwar ohne Nachtheil der Haut, so hat es doch anfangs in der Praxiswenig Eingang gefunden, wahrscheinlich aus dem Grunde, weil es theurer alsdie sonst üblichen Mittel und nicht in dem Handel zu bekommen war. Diemi, G-«Kn, Sache scheint erst praktisch zu werden, seit man den ebenfalls von Böttgergemachten Vorschlag aufgegriffen hat, statt jenes Präparates den Kalk aus denGasreinigern zu benutzen. Dieses sonst werthlose, also sehr wohlfeile Neben-produkt enthalt ebenfalls Schwefelwasserstoff-Schwefelcalcium, ferner Schwefel-cyancalcium, Aetzkalk, kohlensauren Kalk rc., und hat sich, wie die unten anzu-führenden Versuche von Kampfmeier beweisen, recht gut bewahrt. EineAuflösung (Auszug) mit Wasser. soll dem Zweck besser entsprechen, als der zuBrei angerührte Gaskalk. Wenn der Gaskalk oder das Schweselwasserstoff-Schwefelcalcium zu lange auf die Haut wirkt, so erweicht das Haar zu stark.Die Folge ist, daß das Scheereisen beim Abpalen das Haar nicht vollständigaus der Haut entfernt, sondern nur oberflächlich mit Hinterlassung der Wurzelwegschabt. Bei mäßiger Einwirkung verhalt sich das Haar jedoch wie beimKalken.im-Soda, Nach R. Warrington sollen die Haute zum Lockern der Haare zuerstin einer Lösung von 1 Proc. Soda in Wasser, dann in einer Lösung von V*— 1 Proc. Soda mit y 4 —Vn Proc. Aetzkalk (also Aetznatronlösung), und nachdem Enthaaren in einer Lösung von % — 2 Proc. Salzsäure (specif. Gew. 1,1^behandelt werden. Auch F. Boudet schlug Aetznatcon, aus 20 Thln. Soda*krystallen mit 15Thln. gelöschtem Kalk, auf 1000 Stück Häute vor; diese solle"damit in 2 — 3 Tagen zum Enthaaren gar sein. Nach Turnbzrll soll sck^eine bloße Kochsalzlösung hinreichen, was jedoch auf Täuschung zu beruhen scheid»»-4 das g-> Aus den dicken und schweren Häuten, wie sie zu dem starken SohlenlederSchwitz°»f°h-verarbeitet werden, laßt sich der Kalk nicht gut bis zu dem erforderlichen Gr«^nach der Enthaarung wegschaffen, so daß die Haut nach dem Gärben einewisse Härte und Brüchigkeit, anstatt der nöthigen Biegsamkeit und Zähig^besitzt. Für Haute zu starkem Sohlleder, hauptsächlich für die Wildhaute, istdaher die Enthaarung durch Schwitzen vorzuziehen und die übliche. Zu ^Ende werden die frischen Haute nur gewaschen, die trockenen soweit geweiw^daß sie eben biegsam sind, jede einzelne Haut dann über die Fleischseite gus« 0 "'mengelegt und die ganze Partie in einem Behälter, dem Schwitzkasten, ameinander geschichtet, der an einer mäßig warmen Stelle aufgestellt ist. \sich sehr bald eine merkliche Erwärmung, darauf ein ammoniakalischer ©f“ein, welchem die Erscheinungen der Fäulniß folgen. Die Vorläufer der Faniß, nämlich die Wärme und die ammoniakalischen Dämpfe, sind es, tveunter dem Einfluß der Feuchtigkeit die Befestigung der Haare auflockern,beginnende Fäulniß selbst ist dazu nicht nur nicht nöthig, sondern für die ^der Haut entschieden von Nachtheil; sie darf sich. wenigstens nicht auf diestanz der Haut selbst, sondern nur aus die noch darin befindlichen,baren, thierischen Flüssigkeiten (Blut rc.) erstrecken; .eben aus diesem *wird die Haut nur kurz eingeweicht und nicht, wie sonst, ansgelaugt.
Haut selbst desto sicherer vor dem Angriff der Fäulniß zu bewahren,
die Fleischseite vor dem Schwitzen mäßig ein; dadurch verläuft der ganzelangsamer und kann sicherer regulirt werden.