Garben. Rothgärberei. Das Reinmachen.
545
^ Nach einem anderen Verfahren nimmt man künstliche Warme zu Hülfe-Snn,»«.,».einer dicht verschließbaren Kammer werden die Haute nahe neben einander, A'in Dampf',ohne daß sie sich berühren, aufgehängt und sofort an einer dazu vorgerich-teten Stelle ein Schmauchfeuer angezündet und unterhalten, welches die Tem-p^tur im Innern auf einer mäßigen Höhe, am besten ungefähr auf der Blut-tvarme erhalt. Die Warme wirkt hier wie im vorigen Fall, wahrend derRauch,ec die Kammer fortwährend erfüllt, das zu rasche Umsichgreifen der Faulniß""d ifjcen schädlichen Einfluß verhindert. Auch das Heizen der Schwitzkammern^t Dampf ist in der Praxis, u. a. in einigen großen Gärbereien von Paris^geführt und besonders von Emery, einem Amerikaner, für kleinere Felle^o^zugsweise Schaffelle) empfohlen worden. Man läßt den Dampf frei in dieamrner einströmen, aber doch nur in dem Grade, daß die Temperatur dietutwärme in derRegel nicht übersteigt und höchstens etwa 60 0 erreicht. Der^wpf wirkt vorzugsweise da, wo er sich niederschlagt und verdichtet, also aufcc Oberfläche der Häute; der Erfolg ist derselbe, als ob diese Oberfläche mit^mem Wasser behandelt würde. Je höher die Temperatur der Kammer, umfab^^ k' e H^rtte die Haare los, aber um so mehr ist auch die Haut ge-t denn schon bei einer der Siedhitze des Wassers nahe liegenden Tempe-, ^ verliert das Bindegewebe der Haut seine Structur und damit die Fahig-Leder zu bilden. Es ist deshalb schlechterdings gewagt , aber auch keinvorhanden, die angegebene Tempecaturgranze zu überschreiten, denn^chaffelie sollen, innerhalb derselben behandelt, schon nach drei Stunden ent-^bar fein; schwere Häute bedürfen verhältnißmäßig mehr Zeit.
Die nicht unbegründete Ansicht, daß das Kalken und das Schwitzen mitdmchfn s c der Wärme stets mehr oder weniger die Haut selber angreife oder doch ge-,i hat in Amerika ein Verfahren hervorgerufen, welches unter dem nichtÄls Namen des »kalten Schwitzverfahrens« bekannt ist.
% ^chwchkammer dient eine unter der Erdoberfläche angelegte Grube vonHol ^ im Geviert. Die Wände sind entweder ausgemauert oder mittz verkleidet, die Decke einige Fuß hoch mit Erde überfahren, der an der°tsck° ""^brachte Zugang mit Doppelthüren versehen, deren Zwischenraum mitsie t^ er Lohe angefüllt wird, und die Anlage des Ganzen überhaupt so, daßd^^°8lichst vor dem Einfluß der äußeren Temperatur schützt. In der Mittep^^°dens ist ein hölzerner, 1 Quadratfuß weiter Canal so eingesetzt, daß erki°n 3 ~~ 4 in die Kammer hineinragt. Er dient wesentlich zur Ventila-correspondirt zu dem Ende mit einer 2 Zoll breiten, durch zwei Bretter3e»d spalte, welche die ganze Länge des im Niveau der Erdoberfläche lie-^ssel^ ^^chürstes einnimmt. Unter dem Dach und zwar in dem Winkel, denLejw ^ Seitenwanden bildet, circulirt in einer im Viereck herumgeführtenkaltes Brunnenwasser (von etwa 10°); zugleich tröpfelt ein Theil diesesbep « ^ fortwährend durch die Grube nieder, so daß die Atmosphäre in dersel-<^it Feuchtigkeit gesättigt bleibt. Das auf dem Boden zusammenrin-Laster zieht durch den erwähnten Canal ab. Die Temperatur der Grubevgl, .^'"elst dieses (zu dem Ende mit einem Ventilator verbundenen) Luftcanals^ rch das Zuleiten von kaltem Wasser so regulirt, daß sie nicht unter 6°
35