Gärben. Rothgärberei. Das Reinmachen.
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Zu Eingang dieses Abschnitts, S. 524, ist bereits naher entwickelt wor- Vorgang b,imden, daß sich dir verschiedenen Schichten der Haut, insbesondere die Ober- undOberhaut, gegen die genannten Agentien sehr ungleich verhalten. Das Binde-gewebe der Lederhaut nimmt die Lösungen der Alkalien und Sauren sehr be-gierig auf, die Fasern quellen auf, die ganze Lederhaut schwillt, wird zusehends ■dicker, etwas durchscheinend; aber alles ohne die Structur sowohl der Fasern,uls des ganzen Gewebes im geringsten anzutasten, ohne alle bleibende Ver-änderung und ohne allen Nachtheil für den Zusammenhang oder die Festigkeit.
Das ganze Gewebe kehrt sogleich in den ursprünglichen Zustand zurück, sobalddie Saure oder das Alkali entfernt, z. B. nur mit Wasser ausgezogen wird.
Die Behandlung der Haut vor dem Abpälen, in einer oder der anderen Weise,
^ußt mithin das Bindegewebe, also die Lederhaut, in ihren beiden Schichten imwesentlichen ganz unberührt. — Nicht so die Oberhaut: die vertrockneten, plat-Zellen der Hornschichte quellen in jenen Flüssigkeiten auf, sie werden in denZustand zurückgeführt, in welchem sich die Zellen der Schleimschichte von Naturdesinden. Unter dem fortgesetzten Einfluß des Alkalis oder der Saure werdendss Zellen beiderlei Art noch mehr aufgetrieben, sie verlieren allmalig ihre Um-Und — was in dem vorliegenden Fall das wichtigste ist — verlieren größ-^"theils ihren gegenseitigen Zusammenhang. Diese Erscheinung findet bei der^chleimschjchte früher und in höherem Grade statt, als bei der Hornschichte derZerhaut. Zugleich ist der Zusammenhang der Schleimschichke mit der Leder-et sehr beträchtlich gelockert, und zwar fast durchgängig starker, als der Zu-^wmenhang der Schleimschichtezellen unter sich. Es versteht sich von selbst, daß„! e Haarbalge — die ja nur ein die Haarwurzel umgebender in die Lederhautdwabreichender Sack der Oberhaut sind — ganz in derselben Weise angegriffenwerden. Nach der Behandlung des Felles zum Enthaaren ist daher die ganze
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"haut in allen ihren Theilen, besonders in der Schleimschichte, in einem
f und durch aufgelockerten, erweichten Zustande, wie er der völligen Auflö-
^ vorauszugehen pflegt. Erfaßt man nun ein Bündel Haare, so kann dies An-»°>msch<r.lick von dem Felle abgezogen werden, man trennt jedoch nicht eigent-
b ^s Haar von der Haut, sondern die Oberhaut von der Lederhaut, wobei^ b Haar lediglich als Handhabe dient. Daß dem so ist, erkennt man leicbtfchvn mit bloßem Auge, wenn man dies mit einer gekalkten Kalbshaut^lucht, gj g . .137 138 (vierfache Vergrößerung). Die abgezogenen Haare
Fig. 137. Ng. 138.
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