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Zweiter Band.
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548 Sechste Gruppe. Die Bekleidungsgewerbe.

»-rg-ng b-im bilden alsdann ein vermittelst der Oberhaut aa zusammenhangendes Vließ, an°n",°«!isch«r. dessen unterer Fläche die einzelnen, noch in ihre Bälge gehüllten Haarwurzelnnnn hervorragen. Die dadurch bloßgelegte Fläche der Lederhaut Lö erscheint milch-weiß und dem bloßen Auge rein, unter dem Mikroskop sind jedoch noch einigewenige anhängende, zellige Reste der Schleimschichte zu erkennen. Beim Abpä-len durch den Gärber werden auch diese mit dem Messer weggenommen.

Die von den Haarbälgen hinterlassenen Vertiefungen in der Lederhautschließen sich von selbst, kommen jedoch nach dem Garben, besonders bei Fellenmit sehr starken Haaren wie bei der Schweinshaut, wieder zum Vorschein.

Daß schon bloßes Wasser die Oberhaut von der Lederhaut ablöst und dazunur längere Zeit bedarf, ist bekannt. Bei Leichen z. B., welche längere Zeit imWasser gelegen, läßt sich die Oberhaut in zusammenhängenden Stücken abzie-hen. Besser und rascher als Wasser wirken saure, am besten und raschesten al-kalische Flüssigkeiten. Reines, kalifreies Kalkwasser wirkt, in gehöriger Quanti-tät angewendet, völlig so wie Kalkmilch.

Ganz ähnlich wie die Lederhaut verhalt sich das Unterhautzellgewebe, dieHaut ist jedoch schon theilweise beim Abziehen vom Thier, theilweise beim Aus-streichen wahrend des Einweichens bis auf verhaltnißmäßig geringe Reste davonbefreit, die nach dem Enthaaren soweit als immer möglich beseitigt werden.

Wie man steht, ist der Zweck des Garbers bei den beschriebenen Vorarbei-ten kein anderer, als die Trennung der übrigen Hautgebilde von seinem eigent-lichen Stoff, von der Lederhaut-, er präparirt, wie ein Anatom sagen würde,das Corium, wenn auch mit Zuziehung chemischer Hülfsmittel. Aber er ge^sogar noch einen Schritt weiter; er trennt nicht nur die Oberhaut mit deMHaar, nicht nur das Unterhautzellgewebe von der Lederhaut, sondern entfernt ä u<gleich die thierischen Flüssigkeiten der Hautgesäße und einen großen Theil desder Lederhaut befindlichen Fettes. Die Umhüllungen der Fettdrüsen werden nau>-lich ebenso angegriffen, wie die Zellen der Oberhaut, und die Fettkügelchen da-durch leichter unter dem Druck des Ausstreichmessers herausgeschafft. Daß ^unter Vermittlung alkalischer Flüssigkeiten vollständiger geschieht, als in *und sauren Flüssigkeiten, liegt auf der Hand. Bei dem nachtheiligen EinMdes Fettes auf das Gärben selbst dürfte darin den Alkalien beim Enthaaren eiVorzug einzuräumen sein. .

Das Die gereinigte Lederhaut, in der Kunstsprache »die Blöße« genannt, wSchwellen. B j e [ en Fällen vor dem eigentlichen Garben einem eigenthümlichenceß, dem sogenannten »Tr iben« oder »Schwellen« unterworfen.

Wesen des Schwellens besteht in dem bereits berührten Verhalten der Lederh^zu alkalischen und sauren Flüssigkeiten- Die in reinem Wasser aufbewahrteausgewaschene Blöße ist milchweiß, schlüpfrig, zart, undurchsichtig, dabei n * c ^ t ,weich und geschmeidig, sondern schlaff, beim Aufhängen wie ein nasses burweichtes Tuch. Mit Fließpapier oder einem Stück Zeug soweit abgetrobis sie äußerlich nicht mehr naß aussieht, erscheint die Blöße gewisseom ^knetbar, d. h. sie nimmt bleibende Eindrücke und Falten an, sie bleibt <

Lange gezogen, wenn man sie streckt, dick und in die Breite getrieben,man sie staucht. Wieder in Wasser gelegt, nimmt sie aufs Neue ihre ft