Gärberei. Rothgärberei. Schnellgärben. 559
solchen Apparat sehr bedeutend sein: hat der Bottich also z. B. unter demDeckel 2 Meter Ducchmeffer und steht das Wasser im Druckrohr 6 Meter hoch,so entspricht der Druck auf der Oberflache der Lohe dem Gewicht einer Säulevon 3,14 x 6 — 18,84 Cubikmeter Wasser oder 37680 Pfund. Es ist na-türlich nicht Vortheilhast, einen höheren Druck anzuwenden, als daß die Flüssig-keit eben gut abfließt. Die Beschaffenheit der Lohe ist für die Real'sche Pressevorzüglich günstig, dagegen können Stoffe, die stark aufquellen und sich zusam-menballen, nicht mit Erfolg darin behandelt werden-
Das Garben in der Brühe ist nach der gewöhnlichen Ausführung ein ein-facher Proceß, wobei neben jener Hauptregel — die Haut mit mehreren, meistvier, fünf bis zu acht Farben zu behandeln und zwar mit der schwächsten anfan-8end, mit der stärksten endigend — noch die zweite Hauptregel gilt, die Häute soost als möglich aufzuschlagen und abtropfen zu lassen. Bei dem jedesmaligenAufschlagen wird ein Theil der in der Haut befindlichen, .erschöpften Flüssigkeittheils durch Abtropfen, theils durch Verdunsten entfernt und — darin liegt ebender Vortheil — beim Wiedereinlegen durch frische Lohbrühe ersetzt. SchwerereHaute bedürfen auf diese Weise 11—12, leichte 7—8 Wochen zur Gahre. Dasdarben in der Brühe liefert weiche und geschmeidige Leder und eignet sich da-^ vorzüglich zu den leichteren Ledern aus Kuh-, Kalbs-, Rinds- und Schaf-hauten, welche als Schmal- und Sohlleder zum Oberleder der gröberen Fußbe-kleidung, zu Sattler- und Riemerarbeiten dient. Sohlleder, bei denen HarteUnd Festigkeit eine unerläßliche Bedingung ist, eignen sich nicht gut zum Gar-ben in der Brühe; sie können allenfalls darin angefangen, müssen aber stetsMittelst Versetzen in der Grube fertig gemacht werden.
Insofern der Fortschritt der Garbung zumeist davon abhängt, ob die inle Haut eingedrungene Lohbrühe, nachdem sie ihren Garbestoff abgegeben, mehr°^r weniger rasch durch frische verdrängt oder ersetzt wird, brgreift man, daß, te Garbung durch mechanische Hülfsmittel, welche diesen Austausch befördern,Deutend beschleunigt werden kann. Seit den Zeiten von Macbride ist nund'Ue Masse von Garbeverfahren erfunden, theilweise vorgeschlagen, theilweise an-^ivendet worden, welche in dieser Richtung Verbesserung erstreben und darumUUter der Bezeichnung » S chnellgarberei-- zusammengefaßt werden. Die^sten sind britische und amerikanische, einige französische Erfindungen, fast alle°u Praktikern ausgegangen. Solange man keinen klaren Begriff von demH was Leder ist, solange die Haut und die Eigenschaft ihrer Fasern nicht ge-ß ec erforscht, solange die Lohe und ihr Garbestoff sogut wie unbekannteDinge^ fehlt der Verbesserung der Gärberei ihre wesentlichste Grundlage. Es kann^um nicht auffallen, daß foviele dieser zahlreichen Methoden in der großen
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nreichendes Interesse hat, so durfte ch Geschichte der
u«e Uebersicht hier eine Stelle verdienen, msofern sie das für dte
offenbar falschen Ansicht über den Vorgang der Lederbildung
Gn'rben inder Farbe.
Schnellgär»
berei.
Uebersicht derMethoden.