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Zweiter Band.
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Gärberei. Rothgarberei. Das Leder.

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Werden. Bei jedem Leder sind auf dem Schnitt zwei deutlich verschiedene »>< e-Schjchten zu erkennen, eine von dichterem Gewebe, welche dem corpus papil-W, und eine von mehr grobfaserigem Gewebe, die dem eigentlichen Corium,entspricht. Beide Schichten sind indessen stets faserig und beim Reiben wollig.

^ jedoch der Schnitt von weißen oder dunklen hornartigen, dichten und durch-scheinenden Streifen durchzogen, oder wie man dies nennt »spissig«, so be-weist dies eine unvollständige Gärbung, denn solche Streifen rühren von Haut-schichten her, welche noch gar keinen Garbstoff aufgenommen haben. Spissige,

^Ngahre Leder sind mehr oder weniger steif und beim Biegen knitterig wie^appe oder Blech, was stets ein schlechtes Zeichen ist. Gahre Leder von guterFärbung müssen sich biegen und falten lassen, ohne daß die Narbe reißt, sieUrfen nicht »narbenbrüchig« sein. Bei Sohlleder ist dies natürlich, we-der bedeutenden Dicke, die zuweilen einen halben Zoll erreicht, nicht sozu nehmen, wie bei Schmalleder. Fahrlässigkeit beim Reinmachen derHaut hat häufig Beschädigung der Narbe zur Folge, so daß diese stellenweises^hlt, oder blasenartig abgelöst und gehoben erscheint. Gutes Leder darf endlichmürbe („verbrannt«) sein, sondern muß, selbst von dünnen Hauten und^Un man vorher einen Einschnitt macht, dem Zerreißen kräftig widerstehen.

Man könnte sich versucht fühlen, zu glauben, daß die Haut, sobald sie bisGahre mit Gärbstoff gesättigt ist, immer dieselben Eigenschaften besitzen?^Ae; keine Ansicht würde jedoch mehr mit der Erfahrung im Widerspruch^°hen. Was zunächst die Sättigung der Haut mit Lohgärbstoff betrifft, so ist! ( f ( ein vollkommen relativer Begriff: zwei Kalbleder z. B., von denen das^ e durch Einsetzen, das andere durch Schnellgarbung erzeugt ist und in den^^gen des Gärbers gleiche Gahre besitzen, enthalten nichts destoweniger sehrgleiche Mengen Garbstoff, wie weiter unten näher erwiesen wird. Die^^llgegarbten Haute enthalten nämlich am meisten; sie stehen aber nichtsde-^wenjger^ wie allgemein anerkannt, dem Leder nach dem alten Verfahren aninsbesondere an Kern und Festigkeit nach, weshalb das Einsetzen fürSohlleder nicht entbehrt werden kann. Auch bei ein und derselben Garb-^hvde ist die Beschaffenheit des Leders für gleichen Grad der Gahre nicht(Sg gxhßrt nämlich zu den sonderbaren nicht erklärten Erscheinungen beisi^ ^ Industriezweig, daß der jedesmalige Zustand der Haut vor dem Gärbensi? °Uch auf das Leder übertragt, daß die Gärbung nicht allein die Haut anändern auch die eigenthümliche Beschaffenheit conservirt, die sie zufälligW etn Garben besitzt. Die geschwellte Haut liefert ein ebenso gahres und|} t anderes Leder, wie die ungeschwellte Haut: die geschwellte Haut istcaoutchoucartig elastisch, aber sehr wenig dehnbar und wenig geschmei-te itef b * e ^ C ^htere Eigenschaft fehlt auch in bemerklichem Grade dem daraus be-sipe ett ^der, aber es ist fest, voll in der Gärbung und bietet der Abnutzungtw 6ebeutenbe « Widerstand. Daher die Nothwendigkeit und allgemeine An-tz-eich "3 des Schwellens bei Sohlleder, im Gegensatz zu den Schmalledern,

1 itt der Regel nicht geschwellt werden. Der Grad von Geschmeidigkeitbi«^,^l>nbarkeit, den diese bedürfen, hangt ganz von dem Grad der Geschmei-u»d Dehnbarkeit ab, den die Haut in dem Zeitpunkt besitzt, wo sie zur

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