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Sechste Gruppe. Die Bekleidungsgewerbe.
F-arl's des
tu n st d eLeders.
Gärbung kommt. Die Haut zu Schmalleder muß daher so lange gewassert undausgestrichen werden, bis die schwellende Wirkung des Kalks beseitigt und dieHaut völlig weich und schlaff ist. Wird eine Haut beim Beginn des Garbensunmittelbar in starke Lohbrühe gebracht, so wird sie meist fest, steif und platt,ohne deshalb weniger gahr zu sein, als nach der üblichen Weise gegarbteHaute, welche zuerst in schwache Brühen kommen und dadurch weicher undlockerer ausfallen. Es versteht sich, daß diese Bemerkungen zunächst nur fürdie Lohgarberei gelten. Wenn die Faser der Haut im Verlauf der Vorberei-tung, wenn auch leicht, durch die Faulniß angegriffen wird, so hat dies stetsnachtheilige Folgen für die Haltbarkeit des Leders.
. Die Farbe des Leders ist — wie sich schon aus dem Früheren theilweistergiebt — hauptsächlich von dem Garbematecial abhängig. Die Eichenlohegiebt die bekannte braungelbe Lederfarbe; sie fallt dunkler aus mit alter, Hellermit junger Eichenrinde. Eine noch hellere Farbe liefern die Knoppern; dieLohe der Nadelhölzer steht etwa in der Mitte zwischen diesen und den Gärbe-materialien, welche durch die schönen, bald mehr fahlen bald mehr nankingfarlmgen, sehr lichten Töne ausgezeichnet sind, nämlich die Weidenlohe, der Sumachund obenan das Dividivi und die Galläpfel. Reine Galläpfelgärbsäure liefetsogar fast weißes Leder. Die Garbung mit Catechu ist ebenfalls ziemlichhell, geht aber immer ins Orange, die mit Ellernrinde ist sehr dunkel, unattg^nehm schmutzig braun.
Die nach einer oder der andern beschriebenen Methode ausgegarbten Lebet^ sind noch nicht Handelswaare; um solche zu werden, bedürfen sie noch gewisseNacharbeiten, welche theils ein dichteres Gefüge, theils ein besseres Ansehen betNarbe und Fleischseite, theils eine gleichförmige Dicke, theils eine vermehrtgleichmäßigere und dauernde Geschmeidigkeit, theils endlich eine besondere 8^bezwecken. Sie heißen zusammengenommen die »Zurichtung« des LedersDas Geschäft des Zurichtens ist nicht immer mit der Gärberei verbunden, uubildet alsdann, wie z. B. in Frankreich gewöhnlich, einen für sich bestehend^Gewerbszweig. Die hierhergehörigen verschiedenen Manipulationennatürlich nicht alle zugleich bei jeder Ledersorte in Anwendung; man richtet 1[»im Gegentheil damit jedesmal nach der Natur, und besonders nach derBejn^mung des Leders. Am meisten weichen die Sohlleder in der Zurichtungden übrigen ab: da diese nämlich bei der Verarbeitung zur Fußbekleidung wnatürliche Oberflache ohnehin verlieren und es bei denselben auf Geschmeidigin dem Sinne, wie bei Schmalleder, nicht ankommt, so fallt alle Zurichtung,sich auf diese beiden Punkte bezieht, von selbst weg. Es handelt sichbei dem Sohlleder nur um äußere Sauberkeit von dem anhängendenMaterial und am wesentlichsten um die gehörige Dichte des Gefuges,kernige Beschaffenheit, welche dem Leder den Widerstand gegen Abnudurch Reibung giebt.
In dem Zustande wie das Sohlleder aus der Garbung kommt, ist ebereits dichter als die übrigen Leder, aber nicht so dicht, als es sein muß c,bei dem Gebrauch nicht allmalig nachzugeben und somit Form und D>m ^neu zu andern. Die Zurichtung des Sohlleders hat daher vorzugswelst