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Zweiter Band.
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574
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Sufte«.

Verfahren.

Begriff.

574 Sechste Gruppe. Die Bekleidungsgewerbe.

zutritt statthat, der jedoch nur zur Verbrennung eines kleinen Theils der Rindehinreicht, deren größerer Theil zu Kohle und Theer zersetzt wird, der sich durchdas Loch im unteren Boden in einen Untersatz begiebt. Er besteht aus einerdickflüssigen schweren Schichte und einer leichteren öligen, die auf dem Holz-essig schwimmt. Diese letztere wird abgenommen und zum Justen gebraucht.Man hat auch wohl statt der Töpfe Kessel und destillirt die Rinde durch Feue-rung von außen.

Die Vorbereitung der Haut ist von der zu Eingang dieses beschriebenenwenig abweichend: Einweichen, Bearbeiten auf einer Ärt Flachsbreche statt desWalkens, dann Kalken und Enthaaren auf dem Schabebaum. Kleinere, jüngereHaute kommen nicht in die Kalkascher, sondern in ein Bad mit Hundekoth;schwere Haute enthaart man durch Schwitzen. Es folgt dann das Schwellenin Kleienbeitze, oder Sauecwasser aus Hafermehl, und Abspähten, worauf dieHaute zum Garben in einer Auskochung von Weidenrinde fertig sind. Dieschwarze Weide wird als die beste angesehen. Nach Anderen werden die Hautein der Lvhbrühe nur angefangen und durch Versetzen in der Grube fertig ge-macht, welches je 14 Tage dauert und alle 3 — 6 Wochen wiederholt wird-Viel eigenthümlicher ist die Zurichtung: Die Haute werden mit Alaunwassergetränkt und zwei und zwei zu Säcken zusammengenäht, die man zur Hervok-bringung der rothen Farbe mit einer Abkochung von Santelholz füllt und danndurch Rollen und Walzen bearbeitet. Für schwarze Leder setzt man der Abko-chung Eisenvitriol zu. Den Schluß macht das Einfetten, wobei man die Ledervor der völligen Trockne mit einer Mischung von Thran mit Döggut, einbis zwei Drittel, je nach der Beschaffenheit, einschmiert. Wahrend des völ-ligen Austrocknens auf den Stangen werden die Felle fleißig gestreckt und aus-gezogen. Gewöhnlich pflegt man eine künstliche Narbe in Gestalt gegitterterLinien aufzufetzen.

Saffian.

Die Saffiane oder Marokins (Marocco-Leder) sind sehr feine, weiche,verschiedenen Farben gefärbte zu den rothgahren gehörige Leder, deren Zuberei-tung, eine ursprünglich orientalische Kunst, durch ihre Verpflanzung nachropa, wo sie jetzt in großer Ausdehnung betrieben wird, manche Vereinfach»»^und Verbesserung erfahren hat. Für den achten Saffian eignen sich ausschließelich die Bock- und Ziegenfelle; sie stehen an Feinheit des Ansehens, Geschw^digkeit und Dauerhaftigkeit den Schaffellen weit voran, welche nur den unaw'ten oder ordinären Saffian liefern. Die Behandlung der Saffiane istden Grundsätzen nach dieselbe, wie die der übrigen Leder, bietet aber iusosi^vielfache Abweichungen, als den Bedingungen einer reinen, satten und gle>wmäßigen Farbe fortwährend Rechnung getragen werden muß. ^

Dieser Umstand macht sich schon bei der Vorbereitung der Häute gelte» 'eine vollständige Entfettung der Haut läßt sich nur durch reichliche Vermittlndes Kalks erzielen; ein Rückhalt von Fett oder Kalk würde aber unfehlbar eMißlingen der Farbe durch Flecken nach sich ziehen. Daher die umstandll