Gärberei. Rothgärberei. Saffian.
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Zubereitung der Blöße, welche mehr Sorgfalt und Arbeit erheischt, als bei ir-gend einem andern rothgahren Leder. " 0l "'
Die eingeweichten Haute kommen nach dem Ausstrichen zunächst in dieKalkascher und zwar wie gewöhnlich in den schwächsten zuerst, in den stärkstenZuletzt, bis sie abgepalt werden können. In der Regel gehen die Haare nichtvöllig rein weg und die Felle müssen wegen der stchengebliebenen kleinen Haare,der Grundhaare, sowie zur völligen Beseitigung des Fettes nochmals in einenstarken Aescher gebracht, gründlich geschabt und ausgespühlt werden. Zugleichschneidet man die unbrauchbaren Kopf-, Fuß- und Euterstücke weg. Folgt nundas Walken in einem um seine Axe drehbaren, inwendig mit stumpfen Holz-pflöcken besetzten Faß (statt dessen hat man auch Waschtrommeln von ähnlicherEinrichtung, wie in den Kattundruckereien) unter öfterer Erneuerung desWas-flts. Das Walken wird dreimal wiederholt und die Haute inzwischen jedesmalauf dem Schabebaume bearbeitet. Den Rest des Kalks, soweit er durch dieseOperationen nicht fortgeschafft wird, nimmt die Sauerbeitze aus Sauerteigvder Kleie weg. Unmittelbar aus dieser Beize kommen die Blößen auf denSchabebaum zur letzten Bearbeitung auf beiden Seiten. Im Ganzen findetalso ein zehnmaliges Ausstreichen jeder Haut statt und zwar fünfmal auf der^arbe und fünfmal auf der Aasseite. Die Vorbereitung endigt mit der letz-en oder vierten Behandlung im Walkfaß.
Die Garber in Astrachan, woselbst ausgezeichnete rothe Saffiane verser-% werden, bringen die für diese Farbe bestimmten Haute aus dem Aescher inBad mit Hundekoth, worin sie die Weichheit und Dünne wieder annehmen,sie im Kalk einbüßen; dann in die Kleienbeitze, worin sie wieder schwellen.
^ geschwellten Häute werden dann einzeln in einer Auflösung von Honig,
^or einem Absud von Feigen durchgeknetet und wenn sie damit gehörig im-^agnirt sind, in einem trocknen, bedeckten Bottich aufgeschichtet, worin sie gah-Nach drei Tagen ist diese Operation beendigt und die Haute werden^ließljch noch 5 — 6 Tage in Salzwasser eingeweicht. Es scheint darnach,
^ ob man dort mit der S. 546 d. B. erwähnten Wirkung des Zuckers aufKalk nicht unbekannt wäre. Der Zusatz von Salz beim Einweichen sollflenbar nachtheiligen Uebergriffen derGahrung in dem letzten Wasser begegnen.
Keine Farbe auf Saffian, etwa schwarz ausgenommen, vertragt sich mit ® 5rt(n .^emitteln, welche ein dunkles Leder geben, wie Eichenlvhe. Am gewöhn-tsten dient daher zum Garben Schmack, Perückenschmack, auch Gallapfel.
. ecf >teg oder feines Roth färbt man unmittelbar auf die vorbereitete Häutenddann aus; alle übrigen Farben werden auf die gegarbteHaut ausgeführt,w Entweder gärbt man die losen Haute unter starkem Umtreiben und Be- Mch-n.
in Garbebrühe, oder man verbindet die Haute zu Sacken und füllt diesev k cr Markflüssigkeit, welche dann langsam durch die Haut hindurchfiltrirt.
^ * Pas Farben wird auf zweierlei Weise verrichtet: bei den achten Saf-au@ Ziegenleder, mit Ausnahme von Schwarz, aus dem Trog;
Schwarz auf achtem, sowie bei allen Farben auf ordinären Schafleder-
«ürbet,
,Wanen durch Auftragen mit der Bürste. Im Allgemeinen ist dasder Saffiane der Wollfarberei ganz analog und sind sämmtliche Farbdn