Gärberei. Weißgärberer. Pelzwaaren.
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Mit Schwellung; diese beeinträchtigt demnach die Geschmeidigkeit bei derGärbungmit Alaun nicht so, wie bei der mit Lohe.
Die Pelzwaaren, welche als rohe trockene Thierfelle in den Handel kom- P-lz,»»«Men, bedürfen einer Zubereitung, um sie von den anhangenden Unreinigkeiten zubefreien, ihnen die Steisigkeit und das Klapprichte zu benehmen und sie für dieKürschnerarbeit geeignet zu machen. Diese Zubereitung ist eine wirkliche Gär-bung und zwar in der Regel eine Weißgarbung, aber mit dem Unterschied, daßdabei nicht die Haut, sondern die Haare die Hauptsache sind und deshalb schlech-terdings Alles unterbleiben muß, was das Haar irgend gefährden könnte, beson-ders bei feinen und kostbaren Pelzen.
Wenn die Häute eingeweicht, in reinem und in Seifenwasser ausgewaschentmd erforderlichen Falls ausgefleischt sind, läßt man sie abtrocknen und schmalztd>e Fleischseite mit Butter, Schweinefett oder Oel ein, schichtet sie je zwei undi^vei mit der gefetteten Seite aufeinander in die »Trampeltonne« zumdurchtreten, oder statt dessen in die Walke. Nach 3 — 4 Stunden ist das Fettöehorig in die Häute eingedrungen, die nun geschwellt werden. Man streicht sie°Uf der Fleischseite mit Kleienbeize an, legt je zwei und zwei mit dieser Seiteaufeinander und schichtet sie auf dem Fußboden der Werkstätte in einen Haufen,
sie etwa einen Tag liegen bleiben. Bevor man zur Gärbung schreitet, streicht A„Gr,ich„,*"an die Felle aus, d. h. man zieht sie über eine auf der Gärbebank befestigte,bogenförmige, nach Bedürfniß schneidende (Ausstreicheisen) oder stumpfe(Pokeleisen.) Klinge mit der Fleischseite weg, bis das Fett und die sonstigen"Reinigkeiten soweit thunlich entfernt sind. Die so gereinigte Fleischseite wird"Unmehr mit einer Lösung von Alaun und Kochsalz (bei stärkeren Fellen mehr-eingenebelt und zum Trocknen aufgehängt, wobei sie etwas einschrumpfen.
, le erhalten die gehörige Geschmeidigkeit durch nochmaliges Walken und Stol-en "ber das Pökeleisen. Die Pelze sind nun in Bezug auf die Haut fertig,cht aber in Bezug auf die Haare, welche noch durch das Läutern gereinigt S5ut,r "-teg ti>£n Es handelt sich dabei hauptsächlich um die Entfernung des Fet-
' welches wie es scheint, nur zum Schutz der Haare und Haarwurzeln^"hkend der Schwellung und Gärbung dient. Das Läutern besteht darin, daßdie Pelze auf der Haarseite mit absorbirenden pulverigen Substanzen, wiepe?^' ^agespähnen, Hecksel, Gypsmehl, ganz feinem Sand, Alabaster-, Knop-sjg „ wehi,c. bestreut und in dem T r e t st o ck oder in der L ä u t e r t o n n e in der3 5 ^ me behandelt. Der Tretstock ist ein Kessel mit Sturz (vergl. Bd. I. S.der durch eine Kohlpfanne erhitzt wird, um dann die Felle darin durchzu-^sser eignet sich die Läutertonne, eine Trommel aus Kupferblech, diewre Achse gedreht und zugleich von außen erwärmt wird.
Nur alle Pelze werden mit Alaun gegärbt. So psiegt man Ziegenfelle
d»n dünner Kalkmilch auf der Fleischseite anzuschwöden, auszustreichen und
b en n J n Kochsalzlösung einzuweichen, worauf sie nach 14 Tagen getrocknet wer-f st(( onn<!n - Vogelbälge, z. B. Schwanenpelze, werden aufgespannt, mit zer-»uf r Cm Kalk auf der Fleischseite bestreut und so längere Zeit liegen lassen, wor-1 ,le gahr sind.