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Zweiter Band.
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586
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B-griff.

COisltmot.

Rkinmachrn.

586 Sechste Gruppe. Die Bekleidungsgewerbe.

Die mit den Haaren gezackten Kalbfelle für Militärtornistec rc. sind eben-falls alaungahres Leder.

3) Die Samischgärberei *).'

Die samischen Leder sind, wie die Webstoffe, zu Kleidungsstücken(z. B. Beinkleidern, in der Regel nicht zur Fußbekleidung) bestimmt und so be-arbeitet, daß sie ganz die lockere Weichheit, den Zug, die wollige Beschaffenheitwie jene und die Eigenschaft besitzen, sich ohne Verlust ihrer Vorzüge waschenzu lassen, was keine andere Lederart vertragt. Sie werden aus diesem Grundeauch wohl »Waschleder« genannt (nicht zu verwechseln mit Vacheleder). Dieobere Schichte der Lederhaut ist, ihres dichteren Gefüges wegen, eines so bedeu-tenden Grades von Zug und Dehnbarkeit nicht fähig als die untere. Manpflegt daher, wo es daraus ankommt und zwar bei den dickeren Fellen — nichtaber bei ganz dünnen, welche dadurch zu sehr an ihrer Festigkeit litten — dieNarbe gänzlich abzustoßen, so daß die beiden Seiten gleiches Ansehen erhalten.Die Waschbarkeit beruht hauptsächlich daraus, daß die gegarbte Faser im Was-ser ihren Garbstoff nicht verliert, aber auch die Eigenschaft nicht erlangt, beimTrocknen zusammenzuschrumpfen und hart zu werden. Dieses, sowie die wol-lige Auflockerung der Faser ohne wesentliche Schwächung des Zusammenhangsund derFestigkeit, sind ausschließlich durch dieGarbung mit Fett, oder vielmehrmit den Producten möglich, welche aus der Veränderung desselben durch dengleichzeitigen Einfluß von Warme und Luftsauerstoff entspringen. Diese Pro-dukte gehen mit der Haut eine feste, trockene Verbindung ein, welche ihren Fett-gehalt äußerlich durch nichts mehr verrath. Dieser Fettgehalt hindert zwar dasEindringen des Wassers in das Leder durchaus nicht und man würde mit derVerwechslung der Waschbarkeit und der Wasserdichtigkeit den gröbstenJrrthuMbegehen, aber er benimmt den Fasern die Fähigkeit, unter dem. Einfluß desWassers einzuschrumpfen und zusammenzukleben, mehr als irgend ein anderesMittel.

Zur Samischgarberei dienen hauptsächlich die Häute vonWildpret (Hirsch/Reh, Gemse), sowie von Ziegen und Schafen und liefern das Material zudernen Beinkleidern, waschledernen Handschuhen, Beuteln, Hosenträgern,^ Bamdagen und Bändern in der Chirurgie rc. Auch schwere Häute von Kälbern,Kühen und Ochsen werden sämischgahr gemacht und z. B. zu Bandelieren beimMilitair gebraucht rc.

Die Vorbereitungsarbeiten sind ganz dieselben, wie bei den Weißgarbern,nur daß die Enthaarung mit dem Schabemesser vorgenommen und gleich 1,(1 *dieser Operation, also vor dem Schwellen in der Kleienbeize, die Narbe abgstoßen wird. Man bedient sich dazu eines Schabemessers, welches in derstumpf, an den beiden Seiten schneidend geschärft ist — in der Weise, daß m«bald den einen, bald den andern Theil nach Bedürfniß zu Hülfe nimmt.

*) Sämisch, Cvrruption von dem stanz, chamois (die Gemse), chamoiseur (dermisch-, eigentlich Gemsenhaut-Gärber).