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Zweiter Band.
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Gärberei. Sämischgärberei.

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Die aus der Beize kommenden Blößen werden stark ausgewunden, in der mitLust ausgeschwungen und sofort, feucht wie sie sind, mit dem Fett gegarbt. All-gemein giebt man dem Thran (Stockfisch-, Wallsisch-, Seehunds-, Häringsthran)und wie es scheint nicht aus bloßen Rücksichten der Wohlfeilheit, den Vorzug.

Ein Zusatz von Lein- oder Rüböl soll nachtheilig, für feinere Felle dagegenBaumöl brauchbar sein.— Die Operation des Garbens besteht darin, daß mandie geschwellten Blößen einfettet, dann abwechselnd walkt und an die Lufthängt, zwischendurch wieder mitThran versteht, bis sie damit gesättigt sind undgegen Ende einer höheren Temperatur aussetzt. Die Walke ist daher ein un-entbehrliches Werkzeug der Samischgarber; sie wird durch einen Göpel getrie-ben; die Stampfen, von denen je zwei gemeinschaftlich in einem Stampflochgehen, welches sechs Dutzend und mehr Felle faßt, geben 15 bis 16 Schläge inder Minute. Der Arbeiter spritzt die Felle zuerst mitThran ein und zwar aufder Narbenseite, legt sie dann vierfach übereinander und wickelt die Enden der-gestalt auf, daß das Ganze einen runden Ballen wie eine Schweinsblase bil-det. Mit solchen Ballen werden die Stampftröge gefüllt und dann die Stem-pel angelassen, 2—3 Stunden gewalkt, dann die Häute herausgenommen, aus-geschwungen und eine halbe Stunde an die Lust gehängt, worauf man dieHäute wieder einölt und mit Walken fortfährt, wieder ölt u. s. f. Gewöhn-lich sind 3 — 4 und mehr Oelungen und auf 1 Dutzend Hammelfelle 8 — 9,auf ebensoviel Bockfelle 12 Pfund Thran erforderlich, wozu sechs-, acht-zwölfmaliges Walken und ebensoviele Lüftungen gehören. Es hangt von^r Natur der Felle, von ihrer »magern« oder nicht magern Beschaffenheitft k/ ob sie mehr oder weniger Thran bedürfen. Man erkennt die Sättigungau dem Auftreten eines gewissen Senfgeruchs beim Aushängen. Dieses letztereSchicht anfangs am besten in freier Luft, bei Regenwetter auf einem lustigen^vden, gegen Ende in einer stark geheizten Trockenkammer, wobei die Felle so-auge aufgehängt bleiben, bis sie äußerlich abgetrocknet erscheinen, »anrau-Ichen«. Durch das Lüften verlieren sie langsam die Feuchtigkeit, an derenkelle das Fett eindringt. Die unter dem Walken begonnene, in der LustUd Trockenkammer fortgeführte, Veränderung des Fettes kommt bei dem nunsslgenden Processe zur beschleunigten Vollendung. Zu dem Ende schichtet manJ5 "uer engen verschließbaren und bei kaltem Wetter heizbaren Kammer die^lle auf einen Haufen und läßt sie sich daselbst erhitzen. Es kommt daraufau, die Temperatur gehörig zu beherrschen und nicht über einen gewissen Gradzu lassen, was man durch das Gefühl mit der eingesteckten Hand erkennt.

»n . CS an Wärme, so muß geheizt, steigt sie zu hoch, so muß der Haufenf/ Abkühlung umgesetzt werden, bis die Gahre eintritt. Das Kennzeichen ba=das Erscheinen der gelben Farbe, welche erst bei dieser Behandlung in derarmekammer (daher »Färben in der Braut-- *) genannt) entsteht. — u, »,rj. c sotücit aabren Kelle entkalken nun das Fett im veränderten Zustande mit

— 1 -<. vrrvunoen, aver aucy eine» geope» ><,yeu srei uno nur mecyanil-y

^ «rst wohl von »brauen«, ursprünglich soviel wie zubereiten, abzuleiten.