588 * Sechste Gruppe. Die Bekleidungsgewerbe.
S-m-sch- aufgesaugt, der weggeschafft werden muß. Zu dem Ende werden sie zuerst mit9 “‘ dem Schlichtmonde geschlichtet, eigentlich um die Reste der Narbe wegzuneh-men, wobei- aber gelegentlich eine Menge Fett mit fortgeht. Der Rest wirddurch eine lauwarme Potaschenlösung ausgewaschen, in welche man die Fellewiederholt eintränkt und auswindet, bis sie rein sind. Sie verlieren nahe dieHalste des Fettes, welches sie in der Walke bekommen haben. Die Potaschen-lösung verwandelt sich in eine seifenartigeEmulsion, Weißbrühe, Garber-fett oder Degras genannt. Dieses Garben mit Fett entspricht vollkommendem Beizen der Baumwollenzeuge mit Oel in der Türkisch - Rothfarberei, woauf nicht minder umständlichem Wege ein durch dieselben Einflüsse hervorge-brachtes Umanderungsproduct, das Olivenöl, auf die Faser befestigt wird.
Stollen und Die gereinigten Felle verlieren beim Trocknen etwas an Geschmeidigkeit,Ausvrechkn. durch Stollen wieder ertheilt wird, und zwar den kleineren Fellen
auf der Stolle Fig. 158 S. 582, größere Felle auf dem in der Mauer derWerkstatt mit den Enden ab befestigte Ausbrecheisen, Fig. 159. Dieses istFig. 159. mit zwei stumpfen Schneiden versehen: die bogen-förmige es dient zum Stollen nach der Breite, zuwsog. »Ausb rechen>-, die kreisförmige cd zum Stol-len nach der Länge. Nach dem Stollen werden die Fellenoch geschlichtet, um ihnen gehörig gleiche Dicke, und mitBimsstein abgerieben, um ihnen eine feinfaserige Ober-fläche zu geben.
Die samischen Leder besitzen ursprünglich eine gelbeFarbe, welche, wenn sie dieselbe behalten sollen, durchAustragen einer zu Brei angerührten Mischung vonOcker, Schüttgelb, geschlemmter Kreide und Kleister aufdie gewünschte Nuance gebracht wird. Ist die Farbeaufgetrocknet, so werden die Leder gestollt und der lost»nicht an der Faser hastende Staub ausgeschüttelt. Pst^fenthon und Kreide, in gleicher Weise angewendet, machtdie Felle weiß, was man jedoch besser durch die Sonnen-bleiche bewerkstelligt. Man hangt sie in die Sonne, 's’dem man sie fortwährend durch Benetzen feucht erhaltund inzwischen in Weißbrühe oder Seifenbrühe einweicht.
Sörbn,. Die Faser des sämischgahren Leders eignet sich sehr gut zum Farben, wasin der Regel durch Eintauchen geschieht. Als Beize dient das in den Felle"enthaltene Fett, ferner Alaun, Eisensalze, Schmack, und zum Farben dieselbe"Zubereitungen, wie beim Farben der Saffiane aus dem Trog.
Das sogenannte Rauch- oder rauchschwarze Leder, welchesmanchen Schuhmacherarbeiten gebraucht wird, ist samischgahres, auf der Fleisw'feite schwarz gefärbtes Bock- oder Kalbfell.
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