598 Anhang; die Leimsteberei.
D-^G^l-slch die Gallerte allmälig aber vollständig in eine gummiartige Masse um,welche nicht mehr gelatinict. v. Goudoever hat die durch 55stündiges Kochenaus Fischblasengallerte erhaltene Masse, mit der unveränderten Fischblasengallerte(nach Mulder) verglichen. Es fanden:
G o u d o e v e r in gekochter Hau-
Kohlenstoff. Wasserstoff.
Stickstoff.
Sauerstoff.
senblasengallerte.
Mulder in ungekochterHau-
50,757
6,712
17,791
27,219
senblasengallerte.
50,757
6,644
18,313 .
24,286
Unterschied ... + 0,068 — 0,522 -j- 2,933
Dieses Ergebniß spricht eher für eine Sauerstoffaufnahme bei der Umwand-lung der Gallerte, als für die Ansicht von Goudoever, wonach die Umwand-lung einfach in einer Aufnahme von 1,4 Proc. (% Aequiv.) Wasser beruht.Die bloßen Elementaranalysen entscheiden jedoch in solchen Fallen nicht.
Bei fortgesetztem Kochen bräunt sich die Gallerte und zerfallt wahrscheinlichschon vorher in verschiedene Verbindungen. Durch Stehen an der Luft bei derSommertemperatur wird die aufgequollene Gallerte leicht sauer, wobei sie zer-fließt und dann fault; Gewitterluft soll diesen Vorgang sehr beschleunigen.
Verdünnte Sauren verhindern das Gelatiniren nicht; concentrirte Esstg°saure löst die Gallerte auf; die Lösung besitzt noch die Klebkraft, aber gelatinictnicht mehr. Concentrirte Schwefel- und Salpetersäure zersetzen die Gallertevollständig, die erstere unter Bildung von Leucin, Zucker rc., die letztere vonKleesaure, Zuckersäure, künstlichem Garbstoff ic.
Verdünnte alkalische Lösungen, selbst concentrirtes Ammoniak, verhinderndas Gelatiniren ebenfalls nicht; concentrirte Kali- oder Natronlösung veränderndie Gallertlösung. Immer fällen die Alkalien daraus phosphorsauren Kalk-Kalkhydrat löst sich reichlich in Gallerte, ohne sie wesentlich zu verändern; ebensophosphorsaurer Kalk.
Auflösungen von Alaun und neutral schwefelsaurem Eisenoxyd fallen dieGallertlösung nicht; dies geschieht jedoch durch Zusatz von Alkali, bei dem Eise"'salz auch durch Kochen. Charakteristisch sind die fast unlöslichen eigenthümliche"Verbindungen des Leims und der Gallerte mit den Gäcbsauren.
Die Rohstoffe, welche der Leimsieder verarbeitet, »das Leimgut« oder»Leimleder«, haben sehr verschiedenartigen Ursprung und sind in der Regenur zuGute zu machende Abfalle. Oben an steht die thierischeHaut: bei dem Werthederselben für den Gärber kommen ganze Häute nur selten in die Hände des Leiw^sieders (dahin gehören die von der Verpackung der Droguen in Suronen, die geschorenen Hasen- und Kaninchenfelle u. dergl.). Dagegen sind die Abfalleder das Hauptleimgut (nämlich die vom Reinmachen der Fleischseite, dann ^Endstücke vom Kopf, die Ohren-, Schwanz-, und Fußstücke und die “W* 0nen Narben der Samischgarber). Ferner die Sehnen und Flechsen des Sch oViehes, Kalbsfüße und die Knochen; dann Fischhaut und die Fischblase. . "Lederabfälle; da jedoch loh- und samischgahre Haute sich nicht mehr in Lerm