Leimsiederei; Lederlerm. 599
wandeln, so beschranken sich diese auf Abfalle von weißgahrem Leder und Per-Da» r-!,»-
gament.
Kein Gewebe des Thierkörpers besteht vollständig aus leimgebender Sub-stanz; das reinste Stück Haut enthalt Gefäße, deren Wände sich nicht auflösen,deren Inhalt im Kochen gerinnt, und so noch andere, nicht leimgebende Theile.
Alles was an den genannten Stoffen in Leimgut vorkommt, hinterlaßt nach demSieden eine Art Gerippe von nicht leimgebenden Theilen, zu welchen sich Fett,fremde Stoffe und Unreinigkeiten aller Art gesellen, die zusammen den unlösli-chen Rückstand ausmachen. Daher die überhaupt nicht hohe und die sehr ver-schiedene Ausbeute.
Es werden in der Praxis dreierlei Arten von Leim verfertigt: der »Leder-leim-- aus Haut, Sehnen und Aehnlichem, der »Knochenleim« aus Kno-chen und der »Fischleim« aus Fischblase, die, wie aus dem Folgenden naherhervorgeht, theils nach ihrer Bereitung, theils nach ihrer Beschaffenheit verschie-den sind.
Kalken desLeimguts.
Man rechnet von gereinigtem, trockenem Leimgut, und zwar von Suro- r«d„l«im.Anhauten, Hasenhäuten, ganzen Hautabschnitzeln von schweren Wildhauten und 19^ergamentabschnitzeln 50—60 Proc.; von Abschabsel der Haute auf dem Gar-^sschabebaum, Hautabschnitzel von leichten Hauten, Kalbsfüßen mit den Sehnen^ 50 Proc., oft nur 30 Proc. verkäuflichen Leim, wie bei dem Narbenabstoß
Samischgarbereien. Von feuchtem, gemischtem Leimgut, sowie es demLeim-lebec zukommt, hat man durchschnittlich nicht über den vierten Theil Leim zu"warten.
^ Je reiner das Leimgut, je frischer und unverdorbener, um so leichter ist diex * und um so besser das Product; so wie das Leimgut eingeht, ist es zu un-Und könnte, auch wenn es rein genug wäre, ohne Störung des regelmaßi-des nicht sogleich verarbeitet werden, lauft also Gefahr zu faulen. Bei-
£ . i die Reinigung und den Schutz gegen Faulniß, erreicht der Leimsi'ede.r mitUnd derselben Operation, nämlich durch die Behandlung im Kalkascher,w Aeschex sind ganz so eingerichtet, wie in den Garbereien, nämlich mit Kalk-angefüllte Gruben oder Bottiche, nur daß man sie nicht von allmalig zu-^htNender, sondern sogleich in voller Starke anwendet, d. h. mit etwa 2 Proc.sjjj Wassers an Kalk. Die Reinigung des Leimgutes erfordert eine längereU^"ation, die nach Umstanden einen halben, einen ganzen, oft zwei Monatetzo l ^ tt 9« dauert, wahrend welcher Zeit man die Aescher mehrmals erneuert.
k dem Versieben des Leimguts muß es zuvor von dem Kalk soviel als mög-^ gereinigt werden, weil sich der Kalk sonst im Leim auflöst und ihn verfchlech-hag besten füllt man das Gut in locker geflochtene Körbe oder Netze,
bresi t b ' ese itt fließendes Wasser und wendet den Inhalt von Zeit zu Zeit. Auch«Us * mcm wohl das gewaschene Gut noch zwei oder drei Tage an der Luftdeit,' ,Erblich um den etwaigen Rückhalt an Kalk in kohlensauren zu verwan-Wenn das Leimgut nicht unmittelbar verfetten werden kann, also noch