Vegetabilische Gespinstfasern.
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Pflanzenzelle. Die Zelle ist ein blasen- oder schlauchartiges, also hohles, verhalt-nißmaßig dünnwandiges Gebilde; entzieht man diesen den flüssigen Inhalt,also den Saft, und was darin gelöst ist, so bleibt die Zellenwand mit ihrer, imSaft unlöslichen, inneren oder äußeren Bekleidung zurück. Die Natur dieserBekleidung ist noch sehr unvollständig bekannt; in den meisten Fallen, besondersbei den Gcspinnstpflanzen ist es sogenannte incrustirende Materie und so-genannte Korksubstanz. Beide lassen sich durch gewisse Reagentien, insbe-sondere oxydirende, entfernen, und es bleibt dann diejenige Substanz zurück,welche die Natur vorzugsweise als Baumaterial im Pflanzenkörper verwen-det, die sogenannte Holzfaser oder Lignin, wie man sie sonst nannte,oder »Cellulose--, nach der jetzt üblichen Bezeichnung. Sie ist die eigent-liche Grundlage der vegetabilischen Gespinnstfasern und diese stellen fertigzubereitet fast chemisch reine Cellulose, und zwar um so reinere Cellulose dar,vollständiger die technische Zubereitung durch die mechanischen und chemischenManipulationen gelungen ist.
Die Cellulose ist ein farbloser, glasartiger, durchsichtiger, sehr biegsamerDi, r-iruk,-Körper ohne eigenthümliche Form, der stets in der Gestalt der Organe auftritt,die er bildet. Sie zeichnet sich durch eine große Unlöslichkeic in den gewöhnli-chen Lösungsmitteln und den verdünnten Lösungen der Sauren und Alkalienaus. Starke Sauren verbinden sich damit, theils ohne Zersetzung (z. B. Schwe-^lsöure zu Holzschwefelsauce), theils unter Zersetzung (z. B. Salpetersäure zuSchießbaumwolle). Mäßig verdünnte Alkalien und Sauren verwandeln die^Eulose langsam in einen Körper von den Eigenschaften der Starke. Zuwei-wird die Cellulose mit überraschender Leichtigkeit ausgelöst, ohne daß sich' arkwirkende Agentien nachweisen lassen, dies ist der Fall in dem Stadium,
^iches der Faulniß von Pflanzentheilen vorausgeht, und beim Keimen, eine^cheinung, die sich zur Zeit nicht erklären läßt. Im Ganzen widersteht diesflulose den Auflösungsmitteln langer, als die übrigen mit ihr in den Ge-^Nustfosern vorkommenden Pflanzenstoffen. Indessen ist dieses Verhalten nicht? bestimmt, daß die Reinigung nicht noch große Schwierigkeiten böte; cntwe-ec Zreift man zu schwach an, dann bleiben fremde Stoffe zurück, oder man?Ehb zu weit und greift die Cellulose selbst an. Es erklären sich in der That^aus die sehr beträchtlichen Abweichungen bei der Elemenkaranalyse der Cel-wahrend Gay-Lussac und Thenard*) in nicht hinlänglich gerei-'Ster Cellulose über 52 Procent Kohlenstoff fanden, erhielt Blondeau deZolles bei einer bis zur theilweisen Destruction getriebenen Behandlungt/* Reinigungsmitteln 40,6 Procent Kohlenstoff. Die meisten Chemiker erhiel-f *? jedoch he, geeignetem Verfahren der Reinigung übereinstimmende Re-
Dies ist die Bd. 1. 11 angegebene Zusammensetzung
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