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Zweiter Band.
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614 Sechste Gruppe. Bekleidungsgewerbe.

Es bedarf kaum besonderer Erwähnung, daß alles über die Leinfaser Ge-

Fig. 167.

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sagte auch auf die Hanfsaser Anwen-dung findet.

1) Der Flachs.

Cultur.

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Der Lein oder Flachs (linum usiia-tissimum) ist eine einjährige Pflanze ausder Familie der nelkenartigen Gewächse.Man säet ihn entweder gegen Ende April(Frühlein), oder im Juni (Späklein); ausder blauen Blüthe entwickelt sich eine saa-menreiche zehnfacherige Kapsel. Um dieseZeit ist das Wachsthum beendet und derStengel hat seine normale Höhe von 1bis 3 Fuß erreicht, man hat jedoch schonStengel von 12 Fuß Höhe beobachtet.Die Landwirthe unterscheiden den Klang'oder Springlein, welchem die Samen-kapseln von selbst aufspringen, von demhöheren und weniger ästigen Dresch-oder Schließlein, bei welchem die rei'fen Kapseln geschlossen bleiben. Bekannt'lich ist der Lein nicht nur durch seinenBast, sondern auch durch seinen Saamen/ nutzbar, der das Leinöl liefert. Die

des Bastes hangt theilweise von Bodenund Oertlichkeit, aber auch ganz besondersvon der Cultur ab. Diese letztere bietet da-durch eigenthümliche Schwierigkeiten, daß sie widerstreitenden Bedingungen Ge-nüge leisten soll: denn eine Behandlung, welche die vollkommenste Saamenecnioliefert, entspricht keineswegs derjenigen Behandlung, welche die vollkommen!^Basternte sichert. Der Werth der Basternte ist nämlich aus ihrer Gewicht'menge, sowie aus der Lange und Feinheit der Fasern selbst zusammengesetztJe dichter der Lein gesaet wird, um so höher, schlichter, und um so weniger aMfallen die Stengel, aber auch der Bast aus und um so weniger geht davonin's Werg. Ferner erreicht der Bast den Höhepunkt seiner Güte und Feinh^'nicht mit der völligen Reife, sondern in einer etwas früheren Periode; laman daher die Pflanze völlig reifen, wie dies für den Saatsaamen nothwenist, so gewinnt man eine verhältnismäßig grobe Faser; man erhalt ftefein, als sonst geschehen könnte, wenn man den Saamen so weit reifen laßt,er zum Oelschlagen brauchbar ist. Dabei ist zu berücksichtigen, daß mit derßcren Feinheit des früh geernteten Flachses, ein größerer Abgang und mithm e ^geringere Ausbeute an reiner Faser verbunden ist. In der Praxis baut ‘nun den Lein entweder wesentlich um des Saamens willen und verzichtet

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