Vegetabilische Gespüuistfasern, Flachs.
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auf die Qualität des Bastes, oder man baut ausschließlich auf feinen Bast undverzichtet dann auf den Saamen wie in Belgien, oder man schlagt, — dies istbei weitem das gewöhnlichste—einen Mittelweg ein und reflectirt gleichzeitig aufDel- und Bastgewinnung. In diesem Fall kommt viel darauf an, die richtigeErntezeit zu bestimmen und man wählt am besten den Zeitpunkt, wo die vegeta-tive Thätigkeit der Pflanze eben erlischt und nur noch die Nachreife wahrend desAustrocknens übrig bleibt. Man erkennt diesen Zeitpunkt daran, daß die Farbeber Saamenkapseln aus dem grünen in's hellbraune übergehet und der untere2iheil der Stengel bereits entblättert und gelb erscheint. Mit dem Eintritt dieserKennzeichen, welcher je nach der Saatzeit und Witterung in Juli, August oderSeptember fallt, schreitet man zum Raufen und stellt die Stengel in zeltarti-3tn Garben zum Trocknen auf dem Felde auf. Es ist eine sehr empfehlens-v-erthe Maßregel, die Stengel beim Raufen gleich nach der Lange zu sortiren.
Die nächste Arbeit ist die Absonderung der Saamenkapseln von den Sten-stkln durch Riffeln, um beide besonders zu bearbeiten. Die Riffel ist einKamm aus 8 Zoll langen eisernen Zahnen, die so nahe gestellt sind, daß zwark' e Stengel, aber nicht die Kapseln hindurch gehen. Oefter begnügt man sichauch damit, die Kapseln an den Stengeln auszudreschen. Die vom Saamenentleerten Kapseln geben noch ein ziemlich werthvolles Futter. Die Stengel selbstwerden, je nachdem man Zeit hat, theils sofort in demselben, theils erst im »ach-ten Jahre einer Reihe von Arbeiten unterworfen, welche die Trennung des^astez üon übrigen bezwecken.
In den geernteten Stengeln ist der Bast ziemlich fest mit dem holzigen,^>l und der umgebenden Rindensubstanz verbunden, so daß schon ein kostspl'e-
Aufwand von Arbeit dazu gehören würde, ihn durch rein mechanische Hülfs-^ittel vom Holz, und ein unerschwinglicher Aufwand, ihn auf diese Art von der>nde zu trennen. Es ist zwar niemals durch eine besondere Untersuchung er-^"telt worden, welche Pflanzenstoffe in den Stengeln neben der Zellulose vor-vtnmen, indessen unterliegt es nach allen praktischen Erfahrungen keinem Zwei-r!'. ^ß dabei die in der Pflanzenwelt allgemein verbreiteten Körper, nämlich
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eiln- und stärkeartige, sowie kleber- und eiweißartige, die Hauptrolle spielen,'st jedoch sicher eine irrige, wenn auch verbreitete Ansicht, die Fasern desMastes p,ch und mit dem holzigen Kern des Stengels durch den
^stanzenleim u dergl. zusammengeleimt. Man weiß vielmehr, daß diese StoffeJJ&t frei in den Pfianzenorganen umher, sondern in Zellen eingeschlossen liegen.
Zellen weichen mannigfaltig in der Gestalt, in der Wandstärke von ein-her ab und unterscheiden sich noch durch den Zustand der Cellulose ihrer.^ande, die bald dichter und schwerer, bald weniger dicht und leichter angegriffen^gelöst) wird Die Gefäße des Bastes zeichnen sich vor allem durch ihre7?^ und Beständigkeit gegen chemisch- Einflüsse aus; aus dem entgegenge-L* tcn Extrem stehen die Cambiumzellen, mehr in der Mitte die eigenthümliche^"schichte, welche stets die nächste Umgebung der Gefäße bildet. — Wenn»"eh zur Trennung der Bastfasern von ihrer Umgebung und vom Stengel°°chaupt der mechanische Weg stets unzureichend und die Mitwirkung chemi-,er Hülfsmittel unentbehrlich ist; so handelt es sich doch dabei nicht schlechtweg
DaS
Riffeln.