Band 
Zweiter Band.
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Sechste Gruppe. Bekleidungsgewerbe.

D^R-s>-n.Spi'tzen verarbeiteten Flachses von Eourtray dient. Ueberhaupt müßte die Qua-litat des Flachses an verschiedenen Orten nach der Beschaffenheit des Wassersviel verschiedener sein als sie wirklich ist. Doch ist immerhin weiches Wasser vor-zuziehen und rathlich, das Wasser vor der Anwendung eine Zeitlang stehen zulassen, damit sich das Eisen und die anderen durch Kohlensaure gelösten Körperniederschlagen. Man wendet Fluß-, Quell- und Regenwasser an, je nach den Um-standen, aber soweit irgend thunlich stehendes, nur ausnahmsweise eigentlich flie-ßendes Wasser an; bei Flüssen oder Bachen wählt man also z. B. eine stagni-rende Stelle, meistens und am besten legt man jedoch eine besondere Grube odereinen Teich an, die man auf eine geeignete Weise speist. Alsdann wird dieFaulnißnicht durch den raschen Wasserwechsel und die damit verbundene Abkühlung zusehr herabgestimmt und verzögert. Auf der andern Seite Haufen sich jedoch imLaufe der Röste die zersetzten organischen Stoffe in dem Wasser und wirken nichteben günstig auf die Bastfaser zurück; ferner ist es von Wichtigkeit, einigermaßendie Intensität der Zersetzung, und sofern diese von der Temperatur bedingt ist,die Temperatur der Röstgrube reguliren zu können. Dieser doppelten Ansichtentspricht es am besten, wenn man der Röstgrube einen mäßigen Zu- und Abflußgiebt, so zwar, daß das frische Wasser am Boden eintritt und das vervorbenevon der Oberfläche abfließt. Eine Temperatur von 17 — 18° C. soll für denZweck die geeignetste sein. Darin liegt zugleich eine weitere Bedingung bei derAnlage von Röstgruben: sind diese zu klein, so ist entweder die Masse des einge-setzten Flachses zu gering, also der Fäulnißproceß zu viel von Temperaturschwankun-gen und dergl. abhängig und schwerer zu reguliren; oder man seht verhältnißma-ßig mehr Flachs in die Grube ein, dann wird sich das Wasser starker mit extrac-tiven Stoffen aus dem Flachs beladen und dadurch Nachtheiliger auf dessen Gutezurückwirken. Mit anderen Worten, die auf einmal zu röstende Quantität so^nicht unter eine gewisse Gränze gehen und mit dem in der Grube vorhandenenWasser in einem bestimmten Verhältnisse stehen. Es versteht sich jedoch vo"selbst, daß hierin ein weiter Spielraum gestattet ist und in der Praxis keine be-stimmten Normen darüber festgestellt sind, da man wie oben bemerkt, durchaus «i^überall geschlossene Gruben, und wo dies der Fall ist, oft den ersten besten Wasscr-tümpel benutzt, oder wie in Holland, ein Stück von einem Graben abdämmt u.s. f. und sich in den Dimensionen nach dem Bedürfniß richtet. Nur dieist nicht willkürlich, weil sie von der Lange der Flachsstengel, oder vielmehr da-von abhängt, daß diese aufrecht stehend einige Zoll mit Wasser bedeckt sein mustrn,4 — 6 Fuß sind dafür hinreichend. Nach einem mehrfach empfohlenen Be -hältniß soll eine Grube für 14 Eentner Flachsstengel bei 5 % bis 6 Fuß Dese,144 Quadratfuß Grundfläche besitzen; für diesen Fall würde die Masse eRöstwassers etwa 18 Mal so groß sein, als die der Stengel. Dies kommtziemlich auf die Regel heraus, etwa 8 Eubiksuß Wasser auf den Cubikfuß ^gel zu rechnen, woran Andere festhalten. Es ist nicht gern gesehen, daß der «■gesetzte Flachs die Erde der Grubenwände und des Bodens berührt; einekleidung der Wände durch mit Pfählen befestigtes Flechtwerk, Belegen desdens mit Reisig oder Steinen, oder wenigstens Auskleiden der Grube mit sl 'ist immer zu empfehlen. An manchen Orten hat man zu diesem Zwe e