Zuckergehalt.
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Serulin , leicht an seiner Krystallforni (meist sechsseitige oder rhom-bische Tafeln) kenntlich, findet sich neben dem Cholesterin in geringer Mengein den Transsudaten.
In dem mit Aether ausgezogenen Extracte, gewöhnlich auch im Aether-extracte selbst, der von Leberaflectionen bedingten Transsudate wies Lkhmann(a. a. 0., p. 27!)) stets mittelst der l’etteukofer’schen Heaclion Gallensäurennach, nicht dagegen bei Hydrops in Folge von Herzkrankheiten (ohne secun-däre Leberaffecliou) oder von Brighl’scher Krankheit. Dagegen fand Ekhmaknin zwei Fällen von llydrocele, ln welchen weder durch die physikalische Ex-ploration noch durch die Anamnese ein Leberleideu festgeslellt werden konnte,neben grofsen Mengen von Cholesterin auch unzweifelhafte Spuren von Gallen-säuren.
Aus dem alkoholischen Extracte des Fruchtwassers, mehr noch aus demder Vernix caseusa fällte Lkhihann mit basisch essigsaurem Bleioxyd eineSubstanz, welche mit Zucker und Schwefelsäure die Galleureactlon nicht gub;ihr Ammouiaksalz krystallisirte in breiten, mikroskopischen Blättern.
Gallenpigment ist nicht nur in Transsudaten bei Icterus, son-dern auch in den normalen nachgewieseu worden. In zwei Hydro-celeflüssigkeiien fand Lehmann bedeutende Quantitäten desselben.
Hkllkh will bei der Untersuchung verschiedener fauliger, eiteriger,blutiger llydroceledüssigkeitcu neben Harnsäure, Harnstoff, margarinsauremNatron, galleusaurem Natron auch Gallenfarhslotr gefunden haben, ln einerhydrocephalischen Flüssigkeit fand J. Schlossukhgkii kein Gallenpigment.
Zucker wurde bei Diabetes in allen serösen Flüssigkeiten, auchin denen von Vesicatoren nachgewiesen, Bernahd (i e? . de physiui.
exper. Puris 1 ö 55. i, p. SOG) hat in der Cerebrospiuallliissigkeit einenStoff gefunden, der beim Erwärmen mit alkalischer Kupfervitriol-lösung das Kupferoxyd zu Oxydul reducirt. Die pleuritische, peri-cardiale und peritonäale Flüssigkeit Kranker, mit Ausnahme der Dia-betischer, enthalte dagegen keinen Zucker. Groiie (Verh. d. yhystk.-rned. Ges. zu wiirzbury, IV, 2) fand Zucker in den Transsudaten ineinem Falle von chronischer Pneumonie mit Abscessbildung und kä-siger Infiltration der Lymphgefäfse und in einem Fall von Epilepsie.Ebenso fand Fkeiiiciis (Wien. med. Wuchensrhr. , lüät, (>) m der Ascites-tlüssigkeit eines 9jährigen, an Speckleber leidenden Mädchens Zucker.Bei Kaninchen und Pferden soll sieh nach (Je. Beknaku im Peritonäal-transsudat, besonders wenn die Tliiere nüchtern sind, Zucker finden,der aus den Lymphgefäßen der Leber stamme. Dafür spreche, dassdie Lymphe anderer Körpertheile, z. B. die vom Kopfe eines Hundeskommende, keinen Zucker enthalte; er erschien in derselben erst,als man eine sehr bedeutende Menge desselben in eine Parotis in-jicirt hatte; ferner dass die Lymphgefäfse des Bauches während derVerdauung strotzend erfüllt seien, und dass man während der Ver-dauung das Transsudat vermehrt finde ( n . a. 0., p. 310 ir. und iep.,1856, ll, p. 428). Bissv (Bullet, de i’Jead., DOc. 1852) schreibt ebenfallsdie Eigenschaft der Cerebrospinalllüssigkeit, bei Gegenwart freienAlkalis Kupferoxyd zu reduciren, einem Gehalt derselben an Zuckerzu; W. Turner ( chem Gaz., 1854, p. 284) aber beobachtete zwar auchdiese Reductionserseheinung, nahm aber eine Einwirkung der Flüssig-keit auf mit Zinnchlorid getränktem Flanell, sowie Gasentwicklungbei dem Versetzen mit liefe nicht wahr, und bemerkte, dass die faulgewordene Flüssigkeit nach einigen Tagen auch Kupferoxyd nichtGmelin, Uandb. VIII, 2. Org. Chem. V, 2. l(i