Band 
Erster Theil.
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Allgemeine Geschichte der Chemie.

5Navr°„i, er leitete zugleich die Erziehung der beiden von Rose hinterlassenen Söhne,von welchen sich der eine zu einem ausgezeichneten Chemiker heranbildete,dessen Untersuchungen zum Theil noch jetzt von Wichtigkeit sind, und vieleArbeiten von Klaproth wurden unter dieses, seines Zöglings und Freunds,thätiger Mitwirkung ausgeführt. — Klaproth hatte nunmehr Gelegen-heit, selbstständigen chemischen Untersuchungen sich hingeben zu können;von 1780 an besonders, wo er sich ein eigenes zweckmäßiges Laboratoriumeinrichtete, publicirte er viele Arbeiten, welche ihm bald den Ruhm einesausgezeichneten Analytikers sicherten. Die Anerkennung, welche er in seinernächsten Umgebung fand, erleichterte ihm noch mehr seine wissenschaftlichenBestrebungen; 1782 wurde er zum Mitglied des Sanitatscollegiums er-nannt; in die Akademie der Künste zu Berlin trat er 1787, in die derWissenschaften 1788 als Mitglied ein. Schon einige Jahre vor dieserZeit hatte Klaproth Vorlesungen über Scheidekunst, besonders für Ar-tillcrieofficiere, gehalten, und bald darauf wurde er zum Professor derChemiean der Artillerieschule und mehreren anderen ähnlichen Anstalten ernannt;bei der Errichtung einer Universität zu Berlin, 1809, erhielt er die ordent-liche Professur der Chemie an derselben. In jeder Weise hoch geehrt lebteKlaproth bis zum Anfange des Jahres 1817, wo er im 74. Jahre sei-nes Alters ein stets thätiges, der Wissenschaft mit dem glänzendsten Erfolgegewidmetes Leben endigte.

Allg,m,in,rEbenso ausgezeichnet, wie Klaproth als Naturforscher war, ebenso

rakkrr.

achtbar war er als Mensch; frei von aller Selbstsucht, aller Anmaßungzeigte sich stets sein rechtlicher und wohlwollender Charakter in seinem Pri-vatleben wie in seinem wissenschaftlichen Auftreten. In der Mittheilungneuer Entdeckungen bescheiden und anspruchslos, zeigte er sich auch bei derBerichtigung oder Widerlegung Anderer stets frei von Bitterkeit, und wußtejeden Schein von Persönlichkeit aus wissenschaftlichen Diskussionen entfernt zuhalten. Es war stets nur das Streben nach wissenschaftlicher Erkenntniß,welches seine Arbeiten und seine schriftstellerischen Leistungen leitete, undRuhmsucht hatte keinen Antheil daran; aber seine Bemühungen lohnten sichihm doch reichlich, denn die Resultate, die er dabei erhielt, trugen wesentlichdazu bei, der Chemie ihre heutige Ausbildung, was die Kenntniß der Be-standtheile der chemischen Verbindungen betrifft, zu verleihen. Vieler einzelnerseiner Untersuchungen werde ich in den folgenden Theilen zu erwähnen ha-