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V.) Zeitalter der quantitativen Untersuchungen.
Proust's Erfahrungen über dieconstante Zusammensetzung der chemi-schen Verbindungen standen im offenen Widerspruch mit Berthollet'sGrundsätzen; sie führten zu einer Discussion, welche längere Zeit, 1801 bis1808, mit großem Aufwand von Scharfsinn von beiden Seiten geführtwurde. Ich HM auf die Entwicklung der Lehre von der constantenZusammensetzung bei der Geschichte der Stöchiometrie im II. Theile nocheinmal zurückzukommen, und bemerke deßhalb hier nur, daß bald imAnfange dieses Jahrhunderts Proust's Ansichten als die richtigen an-kommen wurden; es wurde anerkannt, daß sich die chemischen Bestand-theile nur in wenigen, und sprungweise sich ändernden, Verhältnissen zuGemischen Verbindungen vereinigen.
In dem Vorhergehenden ist Proust's hauptsächlichster Einfluß aufö>e Chemie angedeutet, aber neben der Begründung einer der wichtigstenAnsichten in der gestimmten theoretischen Chemie verdankt man ihm auch aus-zeichnete Untersuchungen über einzelne Substanzen, und über diese müssentvst hier noch Einiges angeben.
Proust's Forschungen über die constante Zusammensetzung der chemi-schen Verbindungen im Allgemeinen, über die Oxyde und Schwcflungs-stufen namentlich, knüpfen sich an seine Arbeiten über einzelne Metalle,deren chemische Verhältnisse er mit besonderm Erfolg studirt hat. SeineBeobachtungen zur Geschichte des Zinns (1800 und 1805), des Kupfers(1799, 1801 und 1804), deren Genauigkeit immer noch anerkannt wird,des Eisens und des Nickels (1803), des Antimons (1804), des Kobalts,Silbers und Goldes (1806), des Quecksilbers (1815), und andere habenK>r Kenntniß der Eigenschaften dieser Substanzen und ihrer Verbindungenausgezeichnet viel beigetragen, und über die quantitative Zusammensetzungder letzteren die ersten genaueren Data geliefert. — Seine Arbeiten in derUnorganischen Chemie gingen auch auf die Untersuchung von Mineralien,über seine Resultate in dieser Beziehung übten weniger allgemeinen Einflußuns die Wissenschaft aus, und können hier Übergängen werden.
Hervorzuheben ist indeß noch, daß Proust sich nicht auf die Unter-suchung unorganischer Substanzen allein beschränkte; auch die organischeChemie verdankt ihm mehrere schätzbare Leistungen. Bei seinen Arbeitenüber die Metalle untersuchte er auch Salze derselben mit organischen Sauren,und die von ihm erhaltenen analytischen Resultate, z. B. für die Verbin-dungen des Kupfers mit dcx Essigsäure, beweisen auch wieder seine Genauigkeit.