Band 
Erster Theil.
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360
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Proust.

Chkunsche

360 Allgemeine Geschichte der Chemie.

Ueber den Zucker arbeitete er wiederholt 1806 und 1809, und unterschiedden Traubenzucker im Honig von dem gewöhnlichen Zucker. Viele Ver-bindungen der Blausäure lehrte er 1807 kennen. Den Käse untersuchte er1818, und unterschied darin die Kässauce und das Kasvxyd als eigen-thümliche Substanzen. — Seine Arbeiten über den Harnstoff (1803), dasFerment (1806), den Kleber (1818), den Urin (1820) und viele anderebeweisen gleichfalls, welche Aufmerksamkeit er der Erforschung der orga-nischen Substanzen widmete.

Mit gemeinnützigem Sinne bestrebte sich auch Proust, durch seinechemischen Kenntnisse in noch anderer Weise zu nützen; die Nahrungsmittel derärmern Klasse und der Soldaten suchte er durch Einführung der Gelatinezu verbessern, und seinen Versuchen legte man damals große Wichtigkeit bei.Zu demselben Zwecke arbeitete er über das isländische Moos und mehrereandere Stoffe.

Proust's literarische Leistungen finden sich vorzugsweise in demckournsi <Ie kb/slgne, und zwar von 1777 an. Die Abhandlungen,welche das Eonstante in der Zusammensetzung der chemischen Verbindun-gen bewiesen, stehen besonders in den Bänden für die Jahre 1798 bis1809. — Außerdem hat er noch mehrere Aufsätze in die Annaies >!e Oü-mi«, von ihrem ersten Entstehen an, geliefert, und auch die ^imalos 3oEbimie et 6e enthalten noch Arbeiten von ihm.

Durch Proust's Arbeiten war also für die verschiedenartigsten chemi-schen Verbindungen dargethan, daß ihnen eonstante chemische Zusammen-setzung zukommt; für viele Oxyde und Schwefelverbindungen hatte er diesenumerisch bestimmt, für viele Salze hatte man schon früher, von Berg-man's Zeiten an, die quantitative Zusammensetzung zu ermitteln gesucht.So war für viele Verbindungen die empirische Zusammensetzung bekannt,und auch Versuche, die Zusammensetzungsverhältnisse der Verbindungen inanderer, rationellerer, Weise zu betrachten, waren bereits eingeschlagen worden.

Proust, und bei weitem die meisten feiner Vorgänger, hatten dieZusammensetzung der Verbindungen nur in der Act bestimmt, daß sie such-ten, wie viel von jedem Bestandtheil in einer constanten Gewichtsmenge(gewöhnlich 100 Gewichtseinheiten) enthalten sei. Sie bezogen alle dasGewicht der Bestandtheile immer auf das der Verbindung, welche gebildet