Band 
Vierter Theil.
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Artzkalk.

Katterdr.

Geschichte der einzelnen Erden.

brannte Kalk sei wirksamer, wenn er frisch sei und noch nicht durch Was-ser benetzt, x

Theop^hraft, um 300 vor Chr., sagt schon in seiner Schrift erxyi.(über Steine), der Gyps ()-vrhos) sei eher von der Natur einesSteins, als einer Erde; wunderbar sei seine Zähigkeit und Warme, wenner befeuchtet werde. Man brauche ihn, mit Wasser benetzt, bei dem Bauenund zum Aneinanderfügen; man zerkleinere ihn, und rühre ihn mit Was-ser mittelst Hölzer an, denn mit den Handen könne man dies nicht we-gen der Hitze. Er sei sogleich zu gebrauchen, denn er werde schnell fest.Hier gehen wohl die Angaben auf Gyps und auf Kalkstein; Theophrastselbst sagt, der Gyps scheine die Natur des Kalkes zu haben. Diosko-rides hebt nicht die Eigenschaft des gebrannten Kalkes, sich mit Wasserzu erhitzen, besonders hervor; doch muß er sie gekannt haben, da sich sonstdie Benennung «ü/Zegros, ungelöschter Kalk, nicht wohl erklären läßt.Ausdrücklich sagt Plinius, der gebrannte Kalk entzünde sich gleichsammit Wasser; iniriir» s1i^»i<>, ^ostg,>3in (caix) arserit, »cceml! aguix.—Die früheren Ansichten über den Unterschied zwischen mildem und ätzen-dem Kalk haben wir schon im 11l- Theil, Seite 27 bis 42 besprochen,und dort angegeben, wie Black die wahre Ursache dieser Verschiedenheitauffand.

Die Veränderung, welche der Kalkstein durch das Feuer erleidet, daßer ätzend wird und sich mit Wasser erhitzt, gab nun das Merkmal ab, anwelchem Alles erkannt wurde, was man als kalkicht bezeichnete. SichrereReagentien, welche die Gegenwart von Kalkerde anzeigen können, wurdenerst viel später aufgefunden. Darauf, daß die Kalkerde aus ihrer Auflö-sung in Säuren, z. B. in Essig, durch Schwefelsäure niedergeschlagenwird, machte Boyle in seiner Abhandlung nk Um »mclwiiiool nk

clmixioal precipitatlon (1075) aufmerksam. Nach der Entdeckung derKleesäure 1776 priesen sie mehrere Chemiker als das beste Reagens aufKalkerde, während andere sie als ein unsicheres Reagens ansahen, weil siebei Gegenwart starker Säuren keinen Niederschlag erhielten. Daß Klee-säure bei der Mitanwendung des Ammoniaks den Kalk sicher nachweise,zeigte Darracq (1801). Die rothe Färbung, welche der salzsaure Kalkder Flamme des Weingeistes mittheilt, beobachtete 1796 G. F. Rib-bentrop.

Die Unterscheidung der Kalkerde von anderen Erdarlen haben wir