Band 
Vierter Theil.
Seite
49
JPEG-Download
 

Kalkerde.

49

schon im >>I. Theil, Seite 53, besprochen; ebenso wurden dort schon (S. 55bis 00) und in diesem Theile, S. 45 f., die früheren Ansichten über ihreEonstilution und nähere Angaben über ihre Reduction mitgetheilt.

Was den kohlensauren Kalk betrifft, so wurde seine Zusammensetzung «»>,,-^ 1 .zuerst durch Black 1755 dargelhan (vergl. die Ansichten über die Kausti-cität des Kalkes, Seite 28 bis 42 im III. Theil). Besonders zu bespre-chen sind hier nur noch die Untersuchungen über die Zusammensetzung desKalkspaths und des Arragonits.

Werner unterschied zuerst 1788 den Arragonit und den Kalkspathwegen ihrer verschiedenen physikalischen Eigenschaften, und Hauy zeigtespater, daß ihre Krystallfocmen unter einander vollkommen verschieden sind.Klaproth untersuchte 1788 den Arragonit, und fand in ihm Kohlen-saure und Kalk in demselben Verhältniß, wie im Kalkspath; ebensoFourcroy und Vauquelin 1803, Bucholz 1804, The'nard 1800und mit Biot 1807, u. A. Die Ursache des Unterschiedes beider Mine-ralien blieb unbekannt; Kirwan's schon 1794 geäußerte Vermuthung, derArragonit möge kohlensauren Stcontian enthalten, blieb unbewiesen, na-mentlich da Thenard gerade diesen Bestandtheil vergeblich aufsuchte; ebensowenig wurde die Verschiedenheit durch Holme's Ansicht erklärt, der Arra-gonit enthalte etwa 1 Procent Wasser, und dieses verursache sein Zer-springen in der Hitze und seine von denen des Kalkspaths abweichendeEigenschaften. Stromeycr suchte 1813 abermals nach einem Stron-tiangehalt im Arragonit, nachdem er vorher in den verschiedenen Stron-tianiten stets auch einen Gehalt an kohlensaurem Kalk erkannt hatte. Znder That fand er in allen von ihm auf Strontian untersuchten Arrago-niten diesen Bestandtheil, und von vielen Ehemikern wurde der Gehalt anihm als Ursache der Verschiedenheit des Arragonits vom Kalkspath aner-kannt, obgleich Bucholz u. A. in einigen Arragoniten keinen Strontianauffinden konnten. Daß kein Strontiangehalt dazu nöthig ist, daß derkohlensaure Kalk die Arragonitform annimmt, sondern daß dies alleinvon der Temperatur abhängt, bei welcher er krystallisirt, zeigte G.

Rose 1839.

Daß der kohlensaure Kalk in Wasser, welches Kohlensäure enthält,löslich ist, entdeckte Cavendish 1767.

4