Band 
Vierter Theil.
Seite
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Geschichte der einzelnen Erden.

Trüb», Ansich,«, mit Vitriolsaure einen Selenit bilde. Endlich behaupteten der Berqrath

über dir Einstehung ^ ^

zu Freiberg 1769 und Baum«! 1770, die Kieselerde werdedurch Kali so verändert, daß sie mit Schwefelsäure Alaun gebe. Bau-me?'s Beweis schien besonders überzeugend; er schmolz Kiesel mit Kalizusammen, behandelte die Kieselfeuchtigkeit mit Schwefelsäure, und erhieltso Alaun. Die Unrichtigkeit dieser Behauptung zeigte 1776 Scheele;er wies nach, daß das von Baum« angegebene Resultat erhalten wird,wenn man die Kieselfeuchtigkeit in irdenen Schmelztiegeln bereitet, daßaber die Alaunerde alsdann nicht von einer Veränderung der Kieselerdeherkommt, sondern aus dem Material des Tiegels, der bei dieser Opera-tion angegriffen wird- Scheele bewies seine Meinung, indem er dasvon Baume angegebene Verfahren wiederholte, aber eiserne Schmelztie-gel anwandte; die so dargestellte Kieselseuchtigkeit gab mit Schwefelsäurekeinen Alaun. Doch erklärten sich noch immer bedeutende Autoritäten fürBaume's Ansicht; so Buffon 1778 in seinen kpogue« cl« Is ns-tiil-e, und noch 1784 Professor Storr in Tübingen; Meyer in Stet-tin und Wieg leb gaben deshalb 1785 abermalige Beweise dafür, daßdie Kieselerde sich nicht in Alaunerde umwandeln läßt.

Andererseits hielt es Baron 1760 für wahrscheinlich, daß dieAlaunerde ein metallischer Kalk sei; sie zeige überhaupt wenig Aehnlichkeitmit den eigentlichen Erden, gebe mit Säuren Salze von adstringirendemGeschmack, gerade so wie die Metallkalke, und der Alaun habe vollkom-mene Aehnlichkeit mit den metallhaltigen Vitriolen. Die Zerlegung derThonerde gelang indeß erst viel später (vergl. Seite 45 f.), und die Ei-genschaften des darin enthaltenen Metalls, des Aluminiums, konnten erststudirt werden, nachdem durch Oerstedt 1826 das Chloraluminium unddurch Wöhler 1827 daraus das Metall selbst dargestellt worden war.

Anstch„n Ä,,d,n Mit der Erkenntniß einer eigenthümlichen Erde in dem Alaun war

Allaligkhalr des '

Alauns. die Constitution dieses Salzes noch nicht vollständig erforscht; viel längerdauerte es, bis man den Alaun als ein Doppelsalz von schwefelsaurerThonerde und schwefelsaurem Alkali erkannte.

Schon im 16. Jahrhundert setzte man der rohen Alaunlauge Alkalizu. Agricola und Libavius erwähnen des schon damals gebräuchli-chen Zusatzes von (gefaultem) Urin. Als Grund desselben giebt Liba-vius nur an, man bezwecke dadurch den in der Lauge enthaltenen Vitriolabzuscheiden. Der in jener Zeit dargestellte Alaun mußte also zum großen