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Geschichte der einzelnen Erden
gemeinsamer Grundstoff wurde in ihnen zuerst wahrend des l7. Jahr-hunderts angenommen; Becher glaubte, die eine seiner drei elementa-ren Erden (vergl. Theil ll, Seite 277 f.), die terra vitrescüüüs, sei invorzüglicher Menge in den kieselartigen Mineralien enthalten. Aus dergenaueren Untersuchung dieses hypothetischen Grundstoffs, der im Deut-schen gewöhnlich als glasartige oder glasachtige Erde bezeichnet wurde,bildeten sich unsere jetzigen Kenntnisse über die Kieselerde aus.
Als Kennzeichen der glasachtigen Erde werden schon im 17. Jahr-hundert angegeben, daß sie mit Sauren nicht aufbrause, im Feuer für sichkeine Veränderung erleide, aber mit passenden Zusätzen zu Glas schmelze.Auf der letzteren Eigenschaft beruht die genauere Erkenntniß vieler kiesel-haltiger Körper; wir wollen gleich hier Einiges darüber mittheilen, wieman die Verbindungen der Kieselerde mit basischen Körpern kennen lernte.
Ich habe über die Glasbereitung schon im I!. Theil, Seite 123,125, 127, 131, Mehreres angeführt, wohin ich hier verweise *).Als die eigentlichen Bestandtheile desselben giebt schon Plinius Sand
*) Es mag hier Einiges über die Färbung des Glases im Allgemeinen Platzfinden; genauere Angaben darüber werde ich bei der Geschichte der einzelnenMetalle beibringen. Bei dem häufigen Vorkommen von Metalloryden inden Körpern, welche zur Glasbereitung dienen, mußte man wohl eher farbi-ges Glas, als weißes erhalten, und noch Plinius sagt, das geschätztesteGlas sei dasjenige, welches dem Krystall an Farbenlofigkeit am nächsten komme(vergl. die zunächst angeführte Stelle). Gefärbt sind die ältesten Gläser, welcheman unter den ägyptischen Antiquitäten gefunden hat. Nach dem Zeugniß desL. A. Seneca sollDemokrit von Abdera (im 5. Jahrhundert vor Ehr.) dieKunst, den Smaragd künstlich nachzubilden, erfunden haben, und Theophrast(um 300 vor Chr.) gedenkt in seiner Schrift der Färbung des Glases
durch Kupfer. In dem Anfange unserer Zeitrechnung werden gefärbte Glas-flüsse sehr oft erwähnt, und Plinius sagt ausdrücklich, man verfertige Glasvon allen Farben, (b'it et Onolurae feuere Ollsillninui», vt totiun rubensvitrum, ntgue non translniwns, llaemstiuo» uppelladum. kit at »lllum, ermurrkiiium uut k^acintllos sappliirosgne imllulum, et amnibu« allis coln-ribus. IVee est ali» nunc nmterm «eguiicior, aul ein, IN yloturse aoonm-inoäalior. älaxiinus lainen k»n»8 in eamllllo trnnslucentilillS, guampraxime er^sialli simillluckine.) Klaproth fand in altem römischem Glasvon rother Farbe vorzüglich Kupfer(orydul), in grünem gleichfalls Kupfer(oryd), in blauem vorzüglich Eisen. Nach Klaproth war in dem letzterenkein Kobalt enthalten; H. Davy fand dieses aber in allen von ihm unter-suchten antiken blauen Gläsern. Porta in seiner ülaAm naturalis (1567),LibaviuS in seiner -Vlcll^mia (1595) u. A. bestimmten genauer, durch Zu-