Band 
Vierter Theil.
Seite
71
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Kieselerde.

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Und Soda an; er saqt überdies, in Indien werde auch Glas aus Kry- V„bmd»no »,r.

, s,lb,n mit alkali-

stall (Bergkrystall oder Kiesel) gemacht. Spater machte Porta in sei-sch-»Substanzen.

sah welcher metallischen Substanzen dem Glase bestimmte Farben mitge-theilt werden können.

Die Anwendung des Braunsteins zur Darstellung farblosen Glasesscheint schon den Römern bekannt gewesen zu sein (vergl. Braunstein). EineBeobachtung, die darauf beruht, daß die gewöhnlichen Ingredienzien zurGlasbereitung unter dem Einflüsse desorydirender Substanzen ein gelbesGlas geben, theilt Thomas von Aquino im 13. Jahrhundert mit; inseinem Tractat <Iv esse el essenliii minerallum giebt er zur Nachahmungdes Topases die Vorschrift, über das Gefäß, in welchem das Glas schmilzt,Aloeholz zu legen.

Die Anfertigung emaillirter Gegenstände war bereits den alten Aegyp-tern bekannt. Genauere Angaben über die Bereitung von Emailfarben ga-ben aber erst Porta in seiner blngm naturslls 1587 und der unermüdlicheB. Palissy in seiner Schrift <ie I'art <Ie terre um dieselbe Zeit.

Daß das Glas i» der Hitze opac werde, äußert, aber in sehr unbe-stimmten Ausdrücken, Cardanus in seiner Schrift <1e rerum vsrletate(1557); wo er die Eigenschaften von Mischungen untersucht, stellt er dasGlas dem Urin gegenüber; ersteres werde durch Hitze trübe, letzterer klar.Deutlich beschrieb die Umwandlung des Glases in eine porzellanartigeMasse zuerst Reaumur 1739. Er nannte den entstehenden Körper por-oeliil»« i>ar llövltriüoatlon, und schrieb zu seiner Bereitung vor, Glas in ei-ner Umgebung von Sand oder Gyps anhaltend zu erhitzen. Anfangs glaubteman, die Umwandlung beruhe darauf, daß aus dem umgebenden Stoff et-was in das Glas übergehe; nach Macquer sollte dieses Schwefelsäure ausdem Gyps sein, nach Pott Kalkerde, nach Anderen Phlogiston u. s. w. Daßdie Umwandlung auf einer Berflüchtigung von Alkali beruhe, behauptetezuerst der Engländer Lewis in seinem Werke Lommerolum pliilosopbico-teclmiouin »r tke plulosopbicsl commorcu ok arts (1763).

In der oben angeführten Stelle aus Plinius wird auch vltrum mur-rbinum genannt. Die vasa murrliina der Alten waren kostbare Gefäße,über deren Substanz sich die Alterthumsforscher vielfach gestritten haben.Nach einigen soll sie eine Art Harz, nach anderen Porzellan, nach anderendie Schale einer Muschel, nach anderen Obsidian, nach anderen Sardonir,nach anderen Agalmatolith, nach anderen Glas, und nach noch anderenFlußspat!) gewesen sein. Der Gegenstand steht der Chemie zu fern, als daßhier ausführlicher darüber gehandelt werden könnte; nur will ich hier kurzauf die Behauptung eingehen, die in einem neuere» historisch-chemischenWerke aufgestellt wurde, daß die vus» murrluna aus Glas bestanden ha-'bcn. Dies soll besonders daraus hervorgehen, daß bei den Alten dieBezeichnung vltrum murrlilnuin vorkommt. Dieser Grund beweist nichts;Rubin und (Berg-) Krystall bestehen nicht aus Glas, obgleich die Be-zeichnungen Rubinglas und Krystallglas vorkommen. Daß die vsss murrluna