72
Kieselerde.Verbindung der-
Geschichte der einzelnen Erden.
ner iVI.iKi'g „gtriralis sivo >ie miruciili« rerum »oluralnim (1567) wie-der darauf aufmerksam, daß sich der Bergkrystall mit Weinsteinsalz zuklarem Glase schmelzen laßt; daß es der Kieselstein thut, sagt Agricolain seiner Schrift «lo ro motallico. Daß die Verbindung aus Kiesel mitvielem Alkali an feuchten Orten zerstießt, wußte van Helmont um1640, und auch, daß Sauren aus dieser Flüssigkeit die Kieselerde mit ih-rem ursprünglichen Gewicht wieder niederschlagen (vgl. Theil l>, S. 344 f.).Dasselbe Präparat aus Kiesel oder Sand und Weinsteinsalz zu bereiten,lehrte Glauber in seinen k'nrnis novin pinlosopllicis (>648), und gabihm den Name» nie,,», oder lignor «ilicnm, wofür später im Deutschendie Bezeichnung Kieselseuchtigkeit allgemeiner wurde. Glauber wußte,daß bei dem Zusammenbringen dieser Flüssigkeit mit Metalllösung dasMetall(oxyd) mit Kieselerde gemischt niedergeschlagen wird (vergl. Theil ll,Seite 293); er wollte die Kieselfeuchtigkeit auch in der Arzneikunst an-wenden, und behauptete, sie sei vortrefflich gegen Blasensteine und alletartarischen (vergl. Theil >, Seite 101) ooaA,iI.itin,io«. — Das Wasser-glas beschrieb Fuchs 1818.
Kieselerdehaltige Mineralien durch Glühen mit kohlensaurem Alkalider Analyse zu unterwerfen, lehrte zuerst Bergman, hauptsächlich inseiner Abhandlung sie terra Komma,-,,», 1780. Er gebrauchte dazu koh-lensaures Kali. Die Methode, schwer aufschließbare Mineralien feinge-pulvert mit Aetzkalilauge einzudampfen und zu schmelzen, führte Klap-roth 1790 ein, und wandte sie vorzugsweise an. Die Ausschließung sol-cher Mineralien, welche neben Kieselerde auch Alkalien enthalten, mittelstsalpetersauren Baryts rührt von Valentin Rose d. j. her, welchersie zuerst bei einer Feldspathanalyse 1802 anwandte. Das kohlensaure
nickt aus Glas bestanden, crgicbt sich evident daraus, daß Pliniussagt, die Substanz derselben werde aus der Erde gegraben, daß sie alsoein natürlich vorkommendes Mineral war. (älurrl»,», ot orxstalllna exenlle,» leren ell'ockinus. guibus yretiu», kneeret iysn krnchlitns: und: Orlens
murrlims „ütlit. Invomunlur eni», il)j in plurlkus locis.-Ilnnmren,
yutnnt 8>,I, teern onlttee ileimnri.) Nach der Beschreibung der Alten warensie ziemlich leickt zerbrechlich, schimmernd, am geschätztesten, wenn sie nichtganz klar, sondern in mehreren Farben spielend waren. Die schon vonmehreren vertheidigte Ansicht scheint auch mir die wahrscheinlichste zu sein,daß diese Gefäße aus Flußspath bestanden, aus welchem Material jetzt nockVasen gefertigt werden.