Band 
Vierter Theil.
Seite
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Kieselerde.

Alkali an die Stelle des seit Klap roth vorzugsweise angewandten atzen-den empfahl spater wieder Gehlen, ebenso den kohlensauren Baryt andie Stelle des salpetersauren. Die Vorzüge einer Mischung von kohlen-saurem Kali und Natron erkannte Mitscherlich 1828. — Bleioxydschlug zum Ausschließen Berthier 1821 vor; Berzelius führte dasAusschließen durch Fluorwasserstoff 1823 ein.

Auf das Gelatiniern, welches manche kieselhaltige Verbindungen mitSauren zeigen, machte zuerst der Schwede Swab 1758 bei Gelegenheitder Untersuchung eines Zeoliths aufmerksam; genauer untersuchte das Ein-treten dieser Erscheinung Bergman 1777 in seiner Arbeit über vulka-nische Mineralien.

In den chemischen Vorlesungen, welche von Schesfer 1750 gehal-ten worden waren und die Bergman spater (1775) veröffentlichte, wirdangeführt, daß die Kieselerde aus der Kieselfeuchtigkeit durch Sauren ge-fallt werde, aber man müsse den Sättigungspunkt genau in Acht nehmen,denn wenn zu viel Saure zugegossen werde, so löse diese die Kieselerdewieder auf. Mehrere andere Chemiker behaupteten ^sehnliches, und glaub-ten auch, die Kieselerde werde durch das Schmelzen mit Kali in eine andereabsorbirende und in Sauren lösliche Erde verwandelt (vergl. Seite 61 f.).

I. C. Meyer in Stettin berichtigte diese Angaben zuerst (1775) dahin,daß die Kieselfeuchtigkeit bei Auflösung in sehr vielem Wasser mit Saurenübersättigt werden könne, ohne daß sich Kieselerde niederschlage; dieses treteerst bei dem Abdampfen ein. Bergman bestätigte dies in seiner Ab-handlung von der Kieselerde 1779, wo er auch darauf hinwies, daß sichdie frisch gefällte Kieselerde leicht in Kali löst.

Daß in manchem Quellwasser Kieselerde aufgelöst ist, wies zuerstBergman 1770 in seiner Dissertation über die Upsaler Quellen nach.

— Den bedeutenden Kieselerdegehalt der vulkanischen Quellen von Islandfand zuerst Black 1794.

Obwohl früher mehrere Chemiker die Kieselerde für den Grundstoff Ans>ch,,n ub,-aller anderen Erden hielten, bemerkte man doch auch bald, daß die Kiesel-»--> e°"st>>u>>°».erde von den anderen Erden insofern abweicht, als sie gar keine neutra-lisirenden Wirkungen aus die Säuren zeigt. Schon Tachenius behaup-tete in seiner Aiil>g»i«.>ll,i>oL meilioinao liippocroticse clovis (1666), derKiesel zeige eher saure Eigenschaften, als die entgegengesetzten; er verbindesich mit Alkali, werde aber von Säuren nicht angegriffen, wie dies doch