Band 
Vierter Theil.
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Tantal; Wolfram.

DaS Tantal wurde zuerst durch den Engländer Hatchett wahrge-nommen, welcher 1801 der Londoner Societät Untersuchungen über einMineral aus Maffachusets in Nordamerika vorlegte, in welchem er einneues, von ihm Eolumbium genanntes, Mineral entdeckt zu haben glaubte.— Ekeberg *) stellte 1802 Untersuchungen über die Ackererde an, undfand diese als Bestandtheil eines schwedischen Minerals (des Attrotantalits),welches außerdem ein neues Metall enthielt/ dieses entdeckte er auch nochin einem anderen schwedischen Mineral (dem Tantalit). Ekeberg nanntedas Metall Tantalum, theils um dem Gebrauch zu folgen, der dieMythologischen Benennungen billige, »theils um auf die Unfähigkeitdesselben, mitten in einem Ueberfluß von Säure etwas davon an sichzu reißen und sich damit zu sättigen, eine Anspielung zu machen--;ebenso gab er den eben angeführten Mineralien die noch jetzt gebräuchlichenNamen. — Das Eolumbium sowohl wie das Tantal wurden in dennächstfolgenden Jahren nicht weiter untersucht, in den chemischen Lehr-büchern aber als verschiedene Metalle aufgeführt, bis Wollaston 1809zu zeigen suchte, daß die von Hatchett und Ekeberg untersuchten Mi-neralien denselben eigenthümlichen Bestandtheil enthalten, und daß alsoEolumbium und Tantal identisch seien. — Das reine Tantalmetallstellte Berzelius zuerst 1824 aus dem Fluortantal-Fluorkalium mitKalium dar; früher, seit 1815, wo Berzelius in Gemeinschaft mitGähn und Eggertz eine größere Arbeit über die tantalhaltigen Mineralienpublicirt hatte, war irrthümlich die niedrigste Orydationsstuse des Tantalsfür dies Metall selbst gehalten worden. Bekannt ist, daß H. Rose inneuester Zeit das Tantal in einigen Mineralien von einem seither über-sehenen Metall, dem Niobium, begleitet fand, welches nach Berzelius'Vermuthung Hatchett's Eolumbium ist.

Die Erkenntniß des Wolframmetalls leitete sich ab aus der genauerenUntersuchung der als Tungstein und Wolfram benannten Mineralien.

') AndreasGustav Ekeberg war 1767 zu Stockholm geboren; sein Vater warCapitel» in der schwedischen Marine. Er wurde zu Calmar erzogen und studirtevon 1784 an in Upsala, wo er 1788 promovirte. Nach einem Aufenthalte inBerlin (l789) widmete er sich hauptsächlich der Chemie und wurde 1794 Do-cent dieser Wissenschaft zu Upsala, wo er 1803 starb. Er hat nur wenig pu-blicirt; seine Mittheilungen sind fast alle mineralogisch-analytischen Znhaltö.

W olfram.