Arseni k.
«3
als der Kalk eines eigenthümlichen Metalls anerkannt, und wenngleich nocheinzelne Ansichten über die Eonstitution und die künstliche Zusammensetzungdes ersteren geäußert wurden, welche an Becher's und seiner ZeitgenossenMeinungen erinnern, so fanden sie doch keine Anhänger mehr. (So be-hauptete noch N. Sokoloff m den Denkschriften der Petersburger Aka-demie für 1782, Arsenik sei Schwefel oder Salzsäure mit brennbarer Me-tallerde vereinigt, was er dahin verdeutlichte, der Arsenik sei der Geist desgemeinen Schwefels, aber durch Salzsäure oder das metallische Mittelsalzderselben in seinen besondern Zustand verseht.)
Hinsichtlich des Vorkommens des Arseniks wurden die ältesten Wahr- V°>^°»»»,nnehmungen an den natürlichen Schwefelvcrbindungen gemacht. Auch ananderen Mineralien machte man schon früher Beobachtungen, welche aufeinen Arsenikgehalt hätten schließen lassen können; so sagt AlbertusMagnus in seiner Schrift <le rebns metsllicis von den Mineralien,welche er unter der Bezeichnung Marchasita zusammenfaßt (Kiese imAllgemeinen), sie enthalten zweierlei Substanzen, Schwefel, und sodanneine andere Substanz, vermöge welcher sie dem Kupfer eine weiße Farbemittheilen können; diese zweite Substanz hält er aber für etwas Mercuria-lisches. Bekannter muß zu Basilius Valentinus' Zeit der Arsenik-gehalt vieler Erze gewesen sein, da die bei ihm vorkommende BezeichnungHüttenrauch« für den weißen Arsenik dafür spricht, daß man damals schondie bei dem Rösten arsenhaltiger Erze entweichende Substanz beachtet habe. —Marggraf behauptete 1747, alles Zinn enthalte Arsenik, und zwar inerheblicher Quantität; das reinste im Handel vorkommende Malacca-Zinnbestehe etwa zum achten Theile seines Gewichts aus diesem Gift. (SchonE. I. Geoffcoy hatte 1738 bei der Calcination der meisten Arten vonZinn einen Rauch bemerkt, der ihm arsenikalisch zu sein schien.) Marg-graf's Methode, das Arsenik zu entdecken, war die, daß er das verdächtigeMetall in Königswasser, das mit Salmiak bereitet war, auflöste. Blieb einRückstand, so wurde dieser als Arsenik betrachtet, und die Krystalle, welchesich bei dem Abdampfen und Erkalten der Lösung bilden, halten nach ihmgleichfalls Arsenik, denn auf Kupfer erhitzt machen sie einen weißen Fleckund verursachen einen Knoblauchgeruch, und mit Schwefel erhitzt geben sieeinen Sublimat, der für Schwefelarsenik gehalten wurde. Marggraf'sBehauptung gab Veranlassung, daß in Paris eine Commission, bestehend