lisch« Flüssigkeit.
98 Geschichte der einzelnen schweren Metalle.
mit arsemger Säure in Berührung befinden, oder wenn Schwefelsäure aufarsenikhaltende Metalle einwirkt.
Die Arsenikverbindung, von welcher Bunsen's Untersuchungen überdas Kakodyl ausgingen, wurde durch Cadet (geboren zu Paris 1731, ge-storben daselbst 1799) 1760 entdeckt. Dieser destillirte eine Mischung vongleichen Theilen weißen Arseniks und essigsauren Kali's; er erhielt eine Flüs-sigkeit von durchdringendem Geruch, deren Sclbstentzündlichkeit er beobachtete.Diese Substanz wurde lange Zeit als Cadet's rauchende arsenikalische Flüs-sigkeit oder auch (gegen das Ende des vorigen Jahrhunderts) als flüssigerPyrophor bezeichnet.
Die Nomenclatur der Arsenikverbindungen war längere Zeit sehr ver-wirrt. Die ältesten Namen srseiiicum*), «smlaraclro, aiiiipiAmentnmbezeichnen das gelbe, wie das rothe Schwefelarsenik, srsenicua» außerdembald auch noch die arsenige Säure und das metallische Arsenik. Für dieerstere hat Basilius Valentinus bereits die Bezeichnung Hüttenrauch,das letztere wurde als arsenicum melallinum unterschieden; ^rse»>cumohne weiteres Beiwort wurde von dem 16. Jahrhundert an vorzugsweisefür den weißen Arsenik gebraucht, für die Schwefelverbindungen von dieserZeit an fast ausschließlich a>iripiAi»o»tuii>, sglxlaraolie und real^-ar. Woherder letztere Name stammt, kann ich nicht angeben; man findet ihn bei Li-bavius, der u. a. in seiner Schrift <Io jixlicio rxzuarxm xxneralium(1597) roalAsria veneunsa neben Aetzsublimat da nennt, wo er überhauptvon giftigen Substanzen spricht; und in seiner Abhandlung cke sceuasticaartii, wird eine caelinia (Sublimat vom Schmelzen der Erze) (jiiaoll.-xx sul-plxirea <N arnomeali? erwähnt, ezxsnr realer et clixiiain vel cadiz-nxsmvocaxi Imrlmrie ^arxioiltes Oaracelsici. Demnach wäre das Wort aus desParacelsus Schule hervorgegangen, wo der Gebrauch von neuen Wörtern,die an sich keine Bedeutung haben, häufig war. Mit Realgar (oft heißt es
*) Die spätere alchemistische Ansicht, wonach zur Erzeugung des Goldes zweientgegengesetzte Principien, ein männliches und ein weibliches, mitwirkensollen (vergl. Theil ll, Seite 235s, ließ den Arsenik wegen des Doppelsinnsseines Namens Arsenik, <-(l§iruxor, männlich) zu einem für her-
metische Arbeiten besonders gesuchten Material werden. Das Wort «FHkxixäxkommt übrigens in beiderlei Bedeutung weit vor der Zeit vor, für welchesich die Eristenz einer solchen alchemistischen Ansicht zuerst nachweisen läßt.