Band 
Vierter Theil.
Seite
103
JPEG-Download
 

Antimon.

103

schen Apotheker, der Glauber's Schüler gewesen war, erfahren hatte. Mm,Durch diese Cur wurde die gebrauchte Arznei berühmt, welche nun als Ge-heimmittel von den Carthausern zu Paris verkauft wurde, und deshalb zuerstden Namen pouOre lies cbsrtrenx, Earthauserpulver, erhielt; die Bezeich-nung AII<er>i>k!8 Minerale legte ihr der Bruder Simon bei, welcher ihreHeilkräfte 1719 dem Publikum eifrigst anpries. 1720 erkaufte das fran-zösische Gouvernement die Bereitung dieses Mittels von de la Ligerie füreine ansehnliche Summe, und ließ sie durch diesen zum allgemeinen Bestenbekannt machen. Das Verfahren des letztem bestand darin, rohen Spießglanzmit kohlensaurem Kali zu koche» und aus der Auflösung den Kermes sich ab-scheiden zu lassen. — Daß sich nach dem Kochen von rohem Spießglanz mitAetzkali bei dem Erkalten der Lösung ein rothes Pulver abscheidet, beschriebG. F. Stabel in seiner lloAmatico-experiinentsIl« 1728. Er

nannte das Präparat sigirtcn Spießglasschwefel; E- P. Meuder zeigte1738 in seiner Anales,« -mtimo»ii, daß es wahrer Kermes sei. — DieBereitungsmethode, wonach roher Spießglanz mit kohlensaurem Alkali zu-sammengeschmolzen und dann ausgekocht wird, gab Cl. I. Geoffroy1735 an.

Geoffroy glaubte, der Kermes sei aus regulinischem Antimon, Schwe-fel und Alkali zusammengesetzt, und noch Macquer meinte (1778), dasAlkali sei ein wesentlicher Bestandtheil desselben, was indessen schon Baume(1773) leugnete. Diejenigen, welche das Alkali als nicht zur Zusammen-setzung des Kermes gehörig ansahen, wollten den Unterschied desselben vondem rohen Spießglanz darin finden, daß in dem ersteren das Antimon ver-kalkt, in dem letzteren regulinisch mit Schwefel verbunden sei. So wurdeauch in dem ersten Versuche der antiphlogistischen Nomenclatur (1787) derKermes als ox)<lo 3'antimoine sullare rem^e bezeichnet. Bergman hatte1782 bereits geäußert, die Basis des hepatischen Gases (Schwefelwasserstoffs)möge einen Bestandtheil des Kermes ausmachen, aber erst Bertholletstellte 1796 in seiner Abhandlung über dieses Gas bestimmter die Ansichtauf, es bilde mit Antimonoxyd den Kermes, den Goldschwesel und denSpießglanzsafran, die unter sich danach verschieden seien, je nachdem dasin ihnen enthaltene Antimon mehr oder weniger oxydirt sei, und Fourcroybehauptete 1797, der Kermes sei hydrothionsaures Antimonoxyd, der Gold-schwefel dasselbe mit geschwefeltem Antimonoxyd verbunden. Zwischen diesenAnsichten blieben die Chemiker jetzt längere Zeit getheilt; Berzelius ex-