Goldschwefkl u.
104 Geschichte der einzelnen schweren Metalle.
klarte 1821 den Kermes für wasserhaltiges Schwefelantimon, und H. Rose(1825) und Fuchs (1833) bestätigten, daß er von dem rohen Spießglanznur im Aggregativnszustande abweicht.
Basilius Valentinus erwähnt, daß aus einer lange mit rohemSpießglanz gekochten scharfen Lauge Essig eine rothe Substanz falle. Quer-cetanus nennt in seiner klwrmacopoea (1603) ein aus spießglanzhaltigerSchwefelleberlosung durch Saure niedergeschlagenes Präparat zuerst snlpimraurstnm (Goldschwefel). Glaub er schrieb IN seiner kliarniacopoes SP3-T/rica (1654) vor, die bei der Bereitung des Spießglanzkönigs sich bilden-den Schlacken aufzulösen und mit Essig zu fallen; den Pracipitat pries erunter der Bezeichnung kanaco» antimoniaiis oder 8nlp6ur pui-A-ins uni-versale als Heilmittel an. In dem Gebrauche des Namens 8ust,6nr a»-rstnm sowie in der Benennung des jetzt so bezeichneten Präparats herrschtüberhaupt bei den älteren Schriftstellern eine Unordnung, welche speciellerdarzulegen hier zu weit führen würde. Aehnlich ist es, was den Spieß-glanzsafran, die Spießglanzleber und viele andere Präparate angeht, derenGeschichte über die Erkenntniß der wichtigeren Antimonverbindungen nichtsErhebliches lehrt.
Die Gewinnung eines eigenthümlichen Metalls aus dem Spießglanzwird mit Sicherheit erst in dem 15. Jahrhundert beschrieben. Des Dios-korides Vorschrift, daß man das rohe Antimon, um es zu rösten, unterDaraufblasen erhitzen solle, bis es brenne, LMnTxov zro-
(denn stärker gebrannt schmilzt es wie Blei) — diese Vorschriftzeigt sicher nur, daß man das rohe Antimon als einen leicht schmelzbarenKörper kannte, nicht aber, daß man aus ihm ein dem Blei zu vergleichen-des Metall auszuziehen wußte (mit Unkenntniß der Thatsachen übersetztPlinius: ante omnia »rencli niollns necesssrius est, ne plumbum liat).— Basilius Valentinus lehrte im 15. Jahrhundert zuerst bestimmtdie Gewinnung des metallischen Antimons. In seiner »Wiederholung desgroßen Steins der uralten Weisen-- sagt er: »der ^ntimonium ist ein Herrein der Medicin; aus ihm wird mit Weinstein und Saltz ein König gemacht;so man dem Spießglaß im Schmelzen etwas vom Stahl-Eisen zugiebt,giebts durch einen Handgriff einen wunderbarlichen Stern, so die Weisen vormir den philosophischen Signatstern geheißen haben.-- In dem Triumph-wagen des Antimonii schreibt er vor: »Man nimmt gut Ungerisch Spieß-