Band 
Vierter Theil.
Seite
107
JPEG-Download
 

Antimon.

107

das zweite das weibliche Spießglanz des Plinius sein; dieser sagt: Duo An,i»,°n«xyd.chn« (des Antimons) Aenera, mgs et kemina. Horriäior est mas, scabri-vrgne et minus ponäerosus, minusgue raclians et arenosior; seininacontra nitet, kriadilis, lissurisc^ue, non ^lobis, lleinscens. — Im 15.

Jahrhundert unterscheidet Basilius Valentinus in dem Triumphwagendes Antimonii: «Es soll der gutherzige, wohlmeinende Kunstsuchende weiterderichtet sein von dem sntimonio, daß ein großer Unterschied ist zwischendem Spießglas; einer ist schön rein und einer güldischen proprietär und Ei-genschafft, derselbe, welcher einer güldischen Art ist, hat viel mercurium(Princip der Metallicitat), ein anderer hat viel Schwefel, derselbige ist dergüldischen complexion nicht so nahe verwandt, als der vorige, mit schönenlangweißglanzenden Spitzen erzeigend und durchzogen«.

Derselbe sagt in seiner »Wiederholung des großen Steins der uraltenWeisen«: »Man kann aus dem gemeinen reAnIo des Spießglases gar schöneherrliche Blumen oder klares bereiten, roth, gelb und weiß, danach dasFeuer in seinem Regiment gehalten wird«. Die Schriftsteller des 16. bis18. Jahrhunderts nehmen übrigens die Bezeichnung klares antimom'i sehrunbestimmt; namentlich legte man sie noch der unreinen antimonigen Saurebei, welche bei der Verbrennung des verdampfenden Schwefelantimons sichabsetzt. Die bei der Verbrennung von regulinischem (mit Eisen bereitetem)

Antimon entstehenden Blumen nannte man, bis in den Anfang des 18.Jahrhunderts, auch nix kerri (Eisenschnee), weil man glaubte, der Gehaltan Eisen bedinge die Bildung derselben wesentlich.

Das vitrum antimonii oder Spießglanzglas (Antimonoxyd mit wenigSchweselantimon) lehrte bereits Basilius Valentinus darstellen. SeineMethode war die, (nicht vollständig) geröstetes Schwefelantimon stark zu er-hitzen. Libavius, N. Lemery u. A. machten bereits darauf aufmerksam,wie viel bei dieser Bereitung auf richtiges Rösten ankommt; bei letzteremfindet man bereits angegeben, daß zu stark geröstetes Schwefelantimon durchZusatz von Schwefel oder rohem Spießglanz zu Glas geschmolzen werdenkönne.

Unreine (Schwefelantimon enthaltende) antimonige Saure scheint schon An,snn«zu Dioskorides' und Plinius' Zeit dargestellt worden zu sein, welchebeide von dem Rösten des SpießglanzeS sprechen. Geber schreibt in seinerAbhandlung invostiAslione niaKisterii gleichfalls vor, den Spießglanz-U rösten, aber ausführlicher lehrte erst Basilius Valentinus in seinem