Band 
Vierter Theil.
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Cadmium; Zinn.

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wurde, zur arzneilichcn Verwendung in Handel gebracht; in Magdeburgwurde dieses als arsenikhaltig (weil seine Auflösung mit Schwefelwasserstoff«neu gelben Niederschlag gab) consiscirt. Hermann fand darin keine SpurArsenik, wohl aber ein neues Metall; er wandte sich an Stro meyer umPrüfung seiner Versuche, und gab von seiner Entdeckung im Mai 1818öffentliche Nachricht. Gleichzeitig kündigten auch Meißner in Halle undKarsten in Berlin an, daß sie ein neues Metall (ersterer aus Präparaten, dieman aus dem Her mann'sehen Zinkoxyd dargestellt hatte, letzterer aus schle-sischen Zinkerzen) erhalten hatten. Karsten schlug für das neue Metall denNamen Melinum vor (meiinus, quittenartig; um an die quittengelbe Farbedes Niederschlages mit Schwefelwasserstoff zu erinnern), Gilbert die Be-zeichnung Junonium; John und Staberoh in Berlin nannten esKlapro-thium. Auch Stro meyer machte seine Entdeckung jetzt bekannt, und be-zeichnete das neue Metall als Cadmium (weil es sich hauptsächlich in dercsämia lornscum, dem Ofenbruch, vorfindet); schon im September 1818veröffentlichte er die vollständige chemische Untersuchung dieses Körpers.

Die Geschichte des Zinns unterliegt in den älteren Zeiten großer Unsicherheit;mit vieler Zuversicht behauptete man lange, dieses Metall sei schon den He-Zinns'"»"«"/^.!braern (die seiner unter dem Wortlaut Bedil erwähnen sollen), den Griechenin frühester Zeit (als xceüSrrLyos) und den Römern (als plumbum osu-<ssdum oder als 8t»nnum) bekannt gewesen; aber genauere Nachforschungenzeigten, daß mehreren dieser Worte erst viel später die Bedeutung Zinn bei-gelegt wurde, und gewiß ist jetzt, daß auf die Kenntniß des Zinns in äl-terer Zeit nicht unbedingt aus dem Vorkommen der eben angeführten Be-zeichnungen geschlossen werden darf.

Daß unter dem Bedil der Hebräer Zinn gemeint sei, läßt sich aus kei-ner der Stellen schließen, welche die Sprachforscher in Betreff dieses Worteszusammengestellt haben; im Gegentheil wird daraus ersichtlich, daß Bedilwahrscheinlich auch Blei bedeutet habe, da es z. B. auch um das Senkelder Bauleute, das Bleiloth, zu bezeichnen gebraucht wird. Die Ansicht, daßunter dem Bedil der Hebräer Zinn zu verstehen sei, wurde dadurch veran-laßt, daß die älteste griechische Uebersetzung des alten Testaments (in dem 3.

Jahrhundert vor Ehr.) jenes Wort meist durch wiedergiebt,