Band 
Vierter Theil.
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Geschichte der einzelnen schweren Metalle.

»,« welches man spater wiederum mit Zinn übersetzte; was damals

S'uchnmilchen Me-bedeutete, ist indeß ungewiß, und zudem ist in jener Übersetzung für Bedrlin einzelnen Fallen auch (Blei) gesetzt. Es laßt sich somit nicht

erweisen, daß die Jsraeliten das Zinn kannten, und wenn es der Fall war,so wurde es von dem Blei nicht so genau unterschieden, daß beide Metallestets mit verschiedenen Namen bezeichnet worden waren.

Als ebenso ungewiß stellt sich bei näherer Untersuchung heraus, ob un-ter den Waaren, welche die Phönicier aus entfernteren Gegenden zu denöstlich wohnenden Völkern gebracht haben sollen, Zinn gewesen sei, wie mandies längere Zeit darauf hin behauptete, daß xccüücrLyos der Griechen un-bedenklich für unser Zinn gehalten wurde. Herodot im 5. Jahrhundertvor Chr. sagt, komme von den Casstteriden, Inseln, deren

Lage er nicht kannte, die aber später allgemein als britannische Inseln be-trachtet wurden. Unentschieden ist es, ob diesen Inseln dieser Name vondem Metall, das sich dort findet, beigelegt wurde, oder ob das Metallden Namen von dem Orte seines Vorkommens erhalten habe; ebenso un-entschieden, der Sprache welches Volkes das Wort x«66creyo§ eigentlichentstamme. Bei den Griechen findet es sich schon zu Homer's Zeit ge-braucht, aber was dieser von der so bezeichneten Substanz angiebt, läßt nichtentscheiden, ob unser heutiges Zinn damit gemeint sei; es spricht sogar mehrgegen diese letztere Ansicht als für sie. Mit jenem Metall waren die Bein-schienen , Harnische und Schilde der Kämpfer verziert. Ungewiß bleibt sofür lange Zeit, was xccSücrxyos eigentlich gewesen sei^eine zinnhaltige Le-girung scheint indeß Aristoteles im 4. Jahrhundert vor Chr. darunter zuverstehen, wo er in seiner Schrift cle inirabilitms snscultsiionibus sagt,Cellischer solle leichter schmelzen als Blei, sogar schon im Was-

ser, auch färbe es ab.

Bestimmter läßt sich behaupten, daß in dem 1. Jahrhundert unsererZeitrechnung unter x«66cr6yos unser heutiges Zinn gemeint gewesen sei;wenigstens war dieses sicher das plnmkmm csnäiänm oder slbum der Rö-mer, und Plinius sagt ausdrücklich, plnmlmin canlliänin und csssUeronseien einerlei. Daß übrigens die Römer Blei und Zinn als plumkum ni-Arum und plumknnn csnäillnin oder sllinm bezeichneten, deutet gleichfallsdarauf hin, daß beide Metalle lange für nicht wesentlich verschieden gehaltenwurden, wie denn auch noch Plinius in ihnen eher zwei Arten EinesMetalls, als zwei verschiedene Metalle gesehen zu haben scheint. (Seyuiwr