130 Geschichte der einzelnen schweren Metalle.
dieselbe Oxydationsstufe, wie das unlösliche mit Salpetersäure dargestellteZinnoxyd, und Berzelius selbst bestätigte dies 1817. — Die frühereAnnahme eines Zinnoxyds, worin auf dieselbe Menge Metall anderthalbmalso viel Sauerstoff enthalten sei, als in dem Oxydul, war somit widerlegt;daß die erstere Verbindung doch existirr und wie sie dargestellt wird, zeigteFuchs 1832.
Von der Verbindung des Schwefels mit geschmolzenem Zinn sprichtKunkel in seinem I^abnrstorium <ch)-micuiu ; sie war indeß schon viel früherbekannt. Kunkel erwähnt auch bei Gelegenheit dieser Verbindung der Sub-limation derselben, und nennt Salmiak als einen hierfür nothwendigenZusatz; doch drückt er sich so unbestimmt aus, daß ich nicht weiß, ob ihmdaraus hin die Kenntniß des Zinnsulsids zugeschrieben werden darf; ebenso-wenig weiß ich, ob er sonst wo sich so deutlich äußert, daß man ihn, wiedies mehrfach geschieht, als den Entdecker dieser Verbindung ansehen kann.Ueber die Entdeckung des Musivgoldes sind mir überhaupt keine genauerenAngaben bekannt. In dem 18. Jahrbundert wurde es als Malerfarbe ge-braucht, und unächtes Malergold, Judengold, surum mossicum oder mu-sivum, Musivgold u. s. w- genannt; damals auch stellte man es schondurch Erhitzen von Ainnamalgam mit Schwefel und Salmiak dar, und nachdieser Zubereitung hielt man es für quecksilberhaltig und gebrauchte es alsantisyphilitisches Mittel. Vollständigere Versuche über seine Zubereitung stelltezuerst der Engländer Peter Woulf 1771 an, der zugleich die Abwesen-heit des Quecksilbers in dieser Verbindung darthat. B. Pelletier hielt 1792Schwefel mit höchst oxydirtem Zinn, Proust 1805 Schwefel und Zinnmit sehr wenig Sauerstoff verbunden für die Bestandtheile des Musiv-goldes. I. Davy und Berzelius bewiesen 1812 die Abwesenheit desSauerstoffs in dieser Verbindung.
Libavius erwähnt in seiner Vrsxis alcb^iiiiae (1605) und in seinem8^ntgA>lia selectormn »rcauorum (1611) der rauchenden Flüssigkeit, welcheman durch Destillation des Zinns (oder Zinnamalgams) mit Quecksilber-sublimat erhält. Diese Flüssigkeit heißt bei ihm liguor oder Spiritus srgentivivi Sublimat!, später gewöhnlich Spiritus kumaus läbavii oder auch manch-mal sumi^atorium perpetuum soviale. Daß sie mit wenig Wasser zu ei-ner krystallinischen Masse erstarre, bemerkte Demachy 1770. Wässeriges