Band 
Vierter Theil.
Seite
131
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Zinn; Blei. 131

3innchlorid, durch Auflösen von Zinn in Königswasser, ist seit ungefähr1630 bekannter, wo Drebbel seine Nutzbarkeit für die Färberei entdeckte.—Die Lösung des Zinns in reiner Salzsäure wurde lange mit der in Salpeter-salzsäure verwechselt; B. Pelletier unterschied sie zuerst 1792. — Ausd" ersteren Lösung stellte den Zinnbaum zuerst Jlsemann 1786 durchPracipitation mit Zink dar.

Boyle bemerkte in seinen Ileklections »pon tlie dvpotkesis ok slcali»n<1 scidum (1675), daß die Salpetersäure das Zinn mehr zerfrißt als auf-ist; in seinen Experiment« and considerstions tonclniiA colours (1663)hatte er dagegen schon angegeben, daß die Auflösung des Zinns in (verdünn-tem) Scheidewasser leicht gallertartig werde. Auch Kunkel beschäftigtesich viel damit, die Auflösung des Zinns in Salpetersäure zuwege zu brin-gen, und giebt in seinem I.gOorstorium cll^micnm an, man müsse das3inn nur in kleiner Menge in die verdünnte Säure eintragen, um alle Er-hitzung zu vermeiden; in der Wärme schlage sich weißer Zinnkalk nieder.

^Äaß den Jsraeliten das Blei bekannt gewesen sei, wird daraus ge-schlossen, daß das Metall, welches in den Büchern des alten TestamentsUnter dem Wortlaut Oferet Erwähnung findet, in der ältesten griechischenHebersetzung bereits durch wiedergegeben wurde, welches letztere

Wort bei den Griechen ohne Zweifel unser jetziges Blei bedeutete. Oben(Seite 125 f.) wurde indeß schon bemerkt, daß zu den Zeiten der Jsraeliten,wenn Blei und Zinn damals schon bekannt waren, diese Metalle doch noch oftverwechselt worden zu sein scheinen. Genauere Nachrichten darüber findet manerst bei Plinius, bei welchem das Blei als plumlmm nigrum unterschiedenwird (vergl. Seite 126 f.); was er über das Ausschmelzen silberhaltigenBleierzes sagt, habe ich schon Seite 127 angeführt. Die Römer verfer-tigten aus dem Blei Röhren zu Wasserleitungen, und Plinius giebt an,iws Blei könne nicht ohne Zinn, so wenig wie das Zinn ohne Blei, gelö-thet werden; er bemerkt außerdem noch ausdrücklich, zum Löthen der Blei-rohren wende man eine Legirung von zwei Theilen Blei auf Ein Theil Zinn an.

Das Bleioxyd war gleichfalls den Alten bekannt, aber es wurde vonanderen Bleiverbindungen nicht gehörig unterschieden. Mol) lldsena und

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Bl-i.