Bleioxyd.
132 Geschichte der einzelnen schweren Metalle.
gslenz scheinen bald Bleiglanz, bald verkalktes Blei zu bedeuten. Dios-korides sagt, gebranntes Blei werde dargestellt, indem man dünne Blei-streifen mit Schwefel erhitze und beständig umrühre, bis das Blei zu Ascheverbrannt sei; er warnt vor dem schädlichen Dunst, der hierbei aufsteige.Aber er giebt auch an, daß Andere bei dieser Darstellung statt des Schwe-fels Bleiweiß zusetzen, und daß noch Andere das Blei ohne Zusatz bei stär-kerem Feuer unter stetigem Umrühren erhitzen, was aber eine schwierigereDarstellungsweise sei, da das Product dann leicht die Farbe der Bleiglatteannehme. Außer dem, was bei Dioskorides(gebranntes Blei, bei Plinius plu»»I>„»l usw,») heißt, wird noch eineähnliche Substanz als zro/lv/ZFov (Bleischlacke, scori» plumdi)
unterschieden, welche gelblich von Farbe und glasig sei; eine andere als(Bleiglatte, Asiens)/ welche der Silberglätte gleiche, gelb undglänzend sei, in den Oefen, wo Silber bereitet werde, entstehe, und zurBereitung von Pflastern diene; eine andere als 6xwyt« (Silber-
schlacke, scoi-Is si-Aent! bei Plinius, welcher sagt, sie sei der molvbcksensähnlich); endlich noch eine als (Silberglatte), welche aus Blei
oder Silber gebrannt werde. ^So betrachtete man die verschiedenen Abarteneiner und derselben Substanz als ganz verschiedene Körper. — Diosko-rides und Plinius geben noch an, die Molybdän« komme auch natürlichvor; der Letztere sagt, zum Unterschied werde die in Silberöfen durch Bren-nen erzeugte mol^ bc!se»s melsllics genannt *).^
Das rothe Bleioxyd wurde schon zu Plinius' Zeit dargestellt; dochwar es nach diesem nur Wenigen bekannt. fllininm bedeutet bei ihmsowohl Zinnober als auch Mennige, und die Nachrichten über beide Substan-
') In mehreren Arten antiken Glases hat man ziemliche Quantitäten Bleioxydgefunden, was es wahrscheinlich macht, daß die Anwendung des Bleiorydszur Glasbereitung den Alten bekannt gewesen sei. Den Glasflüssen, welcheEdelsteine nachahmen sollen, Bletoryd zuzusetzen, schrieb Porta in seinerdlsgis nskurslis (1567) vor.
Geber sagt in seiner Schrift lle invostiZstiono »mZiswrii, man solleKochsalzlösung in vsso terroo plumbslo, et non in metsllo, abdampfen; isthier die Rede von einem mit Bleiglasnr versehenen irdenen Geschirre? MitBestimmtheit wird der Bleiglasur vom 13.Jahrhundert an erwähnt; Alber-tus Magnus spricht in seiner Schrift <ie ^Ick^mia von der Glasur mitMennige, Petrus Bonus von Ferrara, der in der ersten Hälfte des 14.Jahrhunderts lebte, in seiner Nargsiils pretiosa von der Anwendung einerMischung von Zinn und Blei zu demselben Zwecke.