Band 
Vierter Theil.
Seite
152
JPEG-Download
 

152

Geschichte der einzelnen schweren Metalle.

A?mi?K«bal, war diese Kenntniß sehr beschrankt und unsicher, denn keiner der AltenSoff--. erwähnt dieser blauen Färbung des Glases durch einen eigenthümlichenStoff, und die meisten alten blauen Gläser sind auch durch Kupseroxydund nicht durch Kobalt gefärbt. — Die besondere Wirkung der Kobalterzeauf Glas wurde mit Bestimmtheit erst in der ersten Hälfte des 16. Jahr-hunderts entdeckt, und zwar soll dies durch einen Glasmacher ChristophSchürer im Erzgebirge geschehen sein. Das von diesem erhaltene blaueGlas wurde zuerst von Töpfern benutzt; bald ging es als Handelswaare bisHolland, und hier verfertigte man dann auch solches, und daraus gemahleneblaue Farbe, zu deren Bereitung gerösteter Kobalt aus Sachsen bezogenwurde.

Dieses geröstete und mit Sand gemengte Kobalterz wurde bald mitverschiedenen Namen bezeichnet. Wegen seiner Anwendung zur Bereitungblauen Glases mag man es Sapphir genannt haben, und daraus scheintZaffer, Safflor und selbst Safran geworden zu sein. Diese Erklärung istmir wahrscheinlicher, als die unten mitzutheilende des Libavius, wonachumgekehrt Zaffer aus Safran durch verdorbene Aussprache entstanden seinsoll. Das Erz, welches durch Rösten zu Zaffer wird, wurde indeß da-mals nicht Kobalt, sondern, weil der Speiskobalt im Erzgebirge meistvon Wismuth begleitet ist, Wismutherz genannt, und wenn der Wismuthdurch Aussaigern getrennt war, hieß das Zurückbleibende Wismuthgraupen.Darauf bezieht sich des Agricola Angabe in seiner (1529 zuerst erschiene-nen) Schrift Hermann»«, wo er von dem Wismuth spricht: lorrereiäem solent, atgue ex ejns poliore parte metsllum, e viliori Pigment!guoclllam Aenns non cnntemneniinm coniiciunt. — Biringuccio inseiner kirntecllnia (1540) erwähnt bereits der Xakkera und ihrer Anwen-dung, um Glas blau zu färben, aber er wußte ebensowenig, als Carda-nus, Cäsalpinus, Porta und viele Andere bis gegen die Mitte des17. Jahrhunderts, was diese Handelswaare eigentlich sei; selbst Libaviuswußte es 1595 noch nicht, denn sonst hatte er sich wohl in seiner zu jenerZeit erschienenen ^Icl,/mia, wo er von der Nachahmung des Sapphirsspricht, nicht in der Art auf Porta bezogen, daß er nur sagt: korta <;»»»-ckam Xspliaram badet et vitrum; est terra guaeclam coeruleo colore tiu-gens vitrum. Doch hatte schon Agricola in dem worterklärenden Registerzu seiner (1546 zuerst erschienenen) Schrift <1e re Metallica darüber Auf-klärung gegegeben, indem er sagte: »llecrementum plumbi cinerei« (Wis-