154 Geschichte der einzelnen schweren Metalle.
u»,« ^balt; bisher hatte man dasselbe immer in Begleitung von Arsenik ange-troffen, Brandt zeigte jetzt, daß es auch arsenikfrei (als Kobaltkies) vor-komme. Er bestätigte die große Strengflüsstgkeit des Kobaltmetalls, dessenMagnetismus er bereits behauptete. Er widerlegte die Ansicht, daß die blaueFärbung der Schmälte auf der Wirkung von Eisen und Arsenik beruhe. —Doch leitete noch I. F. Henckel *) in seinen »kleinen mineralogischen undchymischen Schriften» (1744) die färbende Eigenschaft der Kobalterze vonihrem Eisengehalt ab, und Lehmann in seiner Esäiniolo^is (1761 —1776) handelte weitläufig von dem Farbenkobalt, ohne in ihm ein eigen-thümliches Metall als wesentlichsten Bestandtheil anzuerkennen; ja noch1783 glaubten viele an die Wahrheit einer damals publicirten Nachricht,zu Wien habe man die Darstellung von Kobalt aus Eisen und Arsenik ent-deckt, und bereite damit Schmälte. — Die Eigenthümlichkeit des Kobalt-metalls bestätigte Bergman 1780; nach ihm arbeiteten über dasselbe undseine Verbindungen vorzüglich Tassaert (1798), Bucholz (1799),Richter (1800), Thonart» (1802), Proust (1806) und mehrere an-dere Chemiker, mit sehr verschiedenen Resultaten, namentlich in Bezugauf die Zahl der Verbindungen zwischen Kobalt und Sauerstoff. Die be-stimmtere Festsetzung der Oxydationsstufen dieses Metalls gehört der neuerenZeit an.
K-balissur,. Auch die Beobachtungen, welche auf die Existenz einer Kobaltsaureschließen ließen, können hier nicht besprochen werden; wohl aber ist anzu-führen, daß Brug n atelli 1798 die Existenz einer besonderen Kobaltsaure
*) Johann Friedrich Henckel, geboren 1679, lebte als Arzt zu Freiberg inSachsen, widmete sich hauptsächlich der Mineralogie, Metallurgie und Chemie,und wurde berühmt darin. König August II. von Polen ernannte ihn zumBergrath. Er starb zu Freiberg 1744. Von seinen Schriften sind hier zunennen: »I^ritoIoAi» oder Kießhistorie« (1725); »klnra ssturnirans, dieVer-wandschast des Pflanzen- mit dem Mineralreich-- (1722); »Kleine mineralo-gische und chymische Schriften« (1744). Diese wurden zusammen in dasFranzösische übersetzt (Oeuvres cle älr. Ilenoleel, trasuits üe I'^ilemanll; 1760).Seine Abhandlung se appropriatione (vergl. Theil II, Seite 305) erschien1727. Noch hat man von ihm mehrere kleinere Werke über sächsische Mine-ralwasser, und mehrere Abhandlungen in den Schriften der deutschen Na-turforscher. Nach seinem Tode wurde der von ihm hinterlassene »Unterrichtin der Mineralogie-- (1747) herausgegeben, und noch später seine Corre-spondenz: »Mineralogische, chymische und alchymistische Briefe« (2 Theile;1792—1794).