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Geschichte der einzelnen schweren Metalle.
fel gesetzt, daß es mittelst Kupferoxyds gefärbt wurde. — Bei den erstenabendländifchen Alchemisten wird nur sehr versteckt angedeutet, daß Glasdurch Kupfer grün gefärbt werden kann. Raymund Lull schreibt in sei-nem Oompernlio animse transirmtstionis artis metallorvm vor, wenn manexmirslckum (emergncle, Smaragd) machen wolle, sei sgua terrestris cupriund sgus nerea cupri anzuwenden. Basilius Valentinus sagt in sei-nen Gedichten von den Eigenschaften der sieben Planeten, der Smaragd seider Bonus (dem Kupfer) eigen, und in der Abhandlung von den natürlichenund übernatürlichen Dingen: »In dem Schmaragd ist der 8ulp6r>r Veneris«.Im 16. Jahrhundert wird die Anwendung des Kupferkalkes zur grünenFärbung des Glases von Allen gelehrt, die über die Nachahmung der Edel-steine schrieben.
Rothes Glas, mittelst Kupferoxydul, färbten die Alten gleichfalls.Plinius bespricht ein rutzens vitrum otgue Iion translucons, boematiiion(blutroth) appellstum, welches ein so zubereitetes Glas gewesen zu seinscheint. Auch ist in antikem rothen Glase der Gehalt an Kupfer durch dieAnalyse nachgewiesen, neben Eisen, dessen Zusatz (um das Oxydiren desKupfers zu Oxyd zu verhüten) damals also schon als nützlich erkannt wor-den war. Neri, im Anfange des 17. Jahrhunderts, lehrte Kupfer cal-ciniren, um mittelst desselben Glas roth zu färben; auch er schrieb vor,Eisenfeile, Eisenhammerschlag und andere desoxydirende Substanzen zuzu-setzen, damit die rothe Farbe schön erscheine. Kunkel sagt in seinem I^a-borstorlo cb^mico : »Man setze den« (mit Alkali) »geschmoltzenen Kießlingennur ?« (Kupfer) »zu, und lasse sie mit dem 8»Ie Dsrtsri schmeltzen, so wirdman finden, daß dieses sogenannte VArum eine Rothe an sich nimmt».Spater kam die Kunst, mittelst Kupferoxydul rothes Glas zu bereiten, fastganz in Vergessenheit; von einigen Künstlern wurde berichtet, sie könntenrothes Glas auch ohne Goldpurpur bereiten, und der bekannte Metallurg undMineralog Ferb er theilte 1773 in seinen »Briesen aus Walschland« mit,die schönsten rothen Stifte zu Mosaikarbeiten habe zu Rom früher nur EinKünstler, NamensMathioli, und zwar aus einer Kupfcrschlacke, darstellenkönnen; aber im Allgemeinen betrachtete man die Kunst, rothes Glas ohneZusatz von Gold hervorzubringen, als verloren gegangen. Erst von 1828 an,wo Engelhardt'sLösung einer über diesen Gegenstand von dem BerlinerGewerbverein gestellten Preisaufgabe publicirt wurde, ist das Verfahren,Glas mit Kupferoxydul roth zu färben, wieder allgemein bekannt.