Band 
Vierter Theil.
Seite
163
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Kupfer. 163

Die Fällung des Kupfers durch Eisen finde ich zuerst bei Basilius d,«Ku-

cv». -> ^ , Pfers durch Eisen

Valentinus erwähnt. Bald berichtet er einfach das Factum (vergl.

Seite 161), und drückt sich dann selbst ganz richtig aus, Eisen falle Kupfer(vergl. die Theil II, Seite 292 angeführte Stelle, wo bekanntlich Eisen,

2 Kupfer bedeutet), bald betrachtet er den Vorgang als auf einer wahrenMetallverwandlung beruhend, wie er denn im Triumphwagen des Antimoniivon einer aus (kupferhaltigem) Vitriol gewonnenen Lösung sagt: »Diese8olutio, dünn Eisenlamellen darinnen gesotten, trunsmutirt iVIortem wahr-haftig in Venerem«, und in dem ersten Buch seines letzten Testaments,wo er die Bildung des Cementkupfers als auf einer bloßen Färbung desEisens beruhend ansteht: »Es kann aus dem Eisen ein ? werden, wie danndas natürlich geschieht, da ihm eine solche metallische Farbe eine scharfe Laugein Ungarn einbringt, daß das beste Kupfer daraus wird; doch behält es dieGlasigkeit« (Härte, Sprödigkeit) »noch, wiewohl sie von der Farbe etwasist getrucket worden durch die incrcurios corporum". Dieser Irrthum istbei Basilius um so auffallender, da er von manchem Vitriol ganz gutwußte, daß Kupfer bereits in ihm enthalten ist (vergl. unten schwefelsauresKupferoxyd). — Solche Ansichten, daß gewisse Wasser, in welchen man einenGehalt an Kupfer nicht kannte oder leugnete, das Vermögen haben, Eisenin Kupfer zu verwandeln, erhielten sich aber lange. So führt Paracelsusin seinem Tractat lle linctura pli^olcorum als einen Beweis für die Mög-lichkeit der Transmutation der Metalle an, daß bei Zips in Ungarn Brun-nenwasser Eisen in Kupfer verwandle. So erklärt Libavius in dem II.

Theil seiner Eommentsriorrnn ^.Iciiemise diese Verwandlung als auf demUmstände beruhend, daß zu den Elementen des Eisens noch Schwefel trete,wodurch die Mischung des Kupfers entstehe: notum est ex lerro Keil en-prum, per siigmeutum vitriol»ti siilpliuris. Könne man diesen zugesetztenSchwefel wieder abscheiden, so müsse wieder Eisen entstehen: si jam I,occupruin xpolietur, reäilüt liatura lerri. Uebrigens sah er die Verwandlungdes Eisens in Kupfer für eine ganz ähnliche Sache an, wie die Verwand-lung des Eisens in Stahl (vergl. Seite 141). Selbst nachdem van Hel-Mont richtig behauptet hatte, Kupfer präexistire da schon, wo es durchEisen ausgeschieden werde, und nachdem auch Angelus Sala dieselbeWahrheit vertheidigt hatte, waren noch Viele, die an der alchemistischenErklärung festhielten. Dieser Erklärung gemäß faßte 1664 Wedel in Jenadie Erscheinung auf, welcher damals auf Befehl seines Landesherrn nach

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