Silber.
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Vorgänge, bei welchen sich Chlorsilber bildet, waren bereits den Altenbekannt; so z. B. mußte dieser Körper bei der Cementation silberhaltigenGoldes (vergl. Theil H, Seite 39) entstehen, und auf die Bildung von sichschwärzendem Chlorsilber scheint auch Plinius' Angabe über die Färbungdes Silbers zu gehen: ^.r^enium moäicstis sgnis (Schwefelwasser sind wohlgemeint) iliücitur, atyne etiam ssstztn salso, sicvl in inerliterrsneis 1t i-«xsniae. Eine Wahrnehmung der Bildung von violettem Chlorsilber liegtauch vielleicht dem Ausspruche zu Grunde, welchen Geber in seiner8ummz perlectionis MÄAisterii thut, wo er von dem Silber handelt:8nper knmum untern -rculnnr, sicnt »ceti, salis »rmoniacr et sgrestae,lit cselestinns color mirskili's. Mit Gewißheit möchte ich auch nicht dar-über entscheiden, ob folgende Stelle aus des Raymund Lull Lxperi-menti« auf die Bildung von Chlorsilber geht; er spricht von der Bereitungder Salpetersäure aus rohem Salpeter, und giebt den Rath: 8eä priur,äictse aguse ckebent pnrAsri a suo ptrlegniale, cum aliguanto argenti,ut pingueeio «slis nitri reeestat *). Ausdrücklich sagt aber Basilius
*) Sollte das, was von Raymund Lutl hier pinguvso ssiis nitri genanntwird, Chlorsilber gewesen sein, so ist die angeführte Stelle die älteste, welcheich in Beziehung auf die Reinigung der Salpetersäure von Salzsäure kenne.Im 16. Jahrhundert war diese Reinigung gebräuchlich; Agricola giebt inseiner Schrift so re Metallica, wo er von der Salpetersäurebereitung han-delt, eine Vorschrift, nach welcher man zwar salzsäurefreies, aber dafürsilberhaltiges, Scheidewaffcr erhält. Von dem Scheidewaffer, welches manbei der Destillation von Salpeter und Vitriol erhält, soll man einen Theilin eine kleinere Flasche thun, stgue in esnäem insiciatur ilimiäi» argentirirsckin», guoä äissolulum aguai» turliiilam eklicit liguiäsm; guae in am-pullam, omnem religuanr aguam (vslentem, Scheidewaffer) continentem,inkunäalur, et guain primum keces in kunün reseäerint, aguis ekkusis au-kerantur, aguas vero a,I usum reserventur. Eine ähnliche Vorschrift ent-halten auch des Paracelsus ^rcliiclox». Diese Operation nannte manclariüoatio per srxentum. Mehrere Schriftsteller um 1600 geben auch schonan, die so gereinigte Säure greife das Gold nicht an; aber eine annLherndrichtige Angabe, auf was eigentlich diese clarillcatio beruht, findet sich erstum 1700 etwa. Kunkel, welcher 1702 starb, sagt in seinem (erst 1716publicirten) Imboratorio cliz-mico: »Ich muß vermelden, daß wann maneinen reinen saubern Lpiritum biitri äestilliren will, daß man den erstenSchuß« (die erste Krystallisation) »und schönste Krystallen» (vom Salpeter)»nehmen muß, denn der andere Schuß, wann das Wasser vom Miro weitereingekocht wird, hat zum öftern schon ein wenig von dem Laie communi. —— Der Spiritus iVitri, wie auch das ^gua kort, sind zu prodiren, wenn
Chlorsilber.
"^Silber"