Band 
Vierter Theil.
Seite
203
JPEG-Download
 

schmelze; in seiner ksiormscopoes «paZ/rica (1657) rath er aber ausdrück-sich, die Silbermilch, wenn man sie reduciren wolle, nicht wie einen ge-wöhnlichen Silberkalk zu behandeln, weil sie dann fast gänzlich in Rauchaufgehen würde, sondern mit Weinsteins«!; oder mit Salpeter, Weinsteinund Schwefel zu schmelzen, und weil doch auch da etwas im Rauch davongehe, diesen aufzufangen. — Boyle beobachtete die Schwärzung des Chlor-silbers, betrachtete aber in seinen Lxperimentis ot ccmsisiel-ationisius sieoolorilms (1663) als die Ursache dieser Veränderung nicht das Licht, son-dern die Luft. — N. Lemecy rieth in seinem Emirs sie cliyinie (1675),das Hornsilber mittelst schwarzen Flusses (durch Erhitzen von Salpeter,Weinstein und Kohle erhalten) zu reduciren, Kunkel in seinem (erst 1716publicirten) I-aborawrio cli vmico, Potasche zu diesem Zwecke anzuwenden,Marggraf 1749, das Hornsilber mit Ammoniak und Quecksilber zu be-handeln, und das sich bildende Amalgam zu zerlegen. — Die Zerlegungdes Ehlorstlbers durch Eisen beobachtete zuerst (1776) Sage.

Libavius, in der eben angeführten Schrift, gab an, der bei der Fäl-lung von Silber mit Kochsalz entstehende Niederschlag wiege weniger, alsdas angewandte Silber (solet aliguisi sietriinenti, ut unius sirsclrmse inMsi-CA, sentiri). Daß schon Boyle das Gegentheil behauptete, und daßMarggraf bereits die Gewichtszunahme sehr annähernd richtig bestimmte,wurde im II. Theil, Seite 69 f., erwähnt *).

Zu dem, was ich schon oben ^Seite 199, über das Verhalten derSilbersalze zu Ammoniak angeführt, ist hier noch Folgendes nachzutragen.Das detonirende Silberoxyd-Ammoniak scheint schon Kunkel gekannt zuhaben; er sagt in seinem Ea6or»torio cli^mico, wo er von der Niederschla-gung des Silbers durch flüchtiges Laugensalz handelt: »Man soll aber wissen,daß zwischen diesem jetzt gemeldten« (flüchtigem Laugensalz, welches im festen

') Recht genau in quantitativer Beziehung, aber irrig in qualitativer, äußertesich über die Bildung des Hornsilbers schon Kunkel. In seinem Imbora-torio ckxmioo sagt er: »Solches« (daß manche Verbindungen schwer zu tren-nen sind) »sieht man bei der L>> (Imna) »cornoa, da 12 Loth I>, 4 Lothlori-a und Saltz aus dem gemeinen Saltz bei sich behält, welches durch Ab-laugen unmöglich davon zu bringen«. 12 Loth Silber nehmen aber beider Verwandlung in Hornsilber um 3,93, also fast genau 4 Loth, an Ge-wicht zu.