Band 
Vierter Theil.
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Geschichte der einzelnen schweren Metalle.

G°n. doch mögen hier einige Angaben darüber mitgetheilt werden, wie die Kunst,das Gold auszudehnen, fortgeschritten ist. 1621 gab Mersenne an, daß diePariser Goldschlager aus Einer Unze Gold 1600 Blatter schlagen, welche zu-sammen eine Flache von 105 Quadratfuß bedecken; 1686 Halley, daß EinGran Gold einen 98 Ellen langen Draht vergolde; 1711 Reaumur,daß Eine Unze Gold so dünn geschlagen werden könne, daß sie eine Flächevon 146s/z Quadratfuß bedecke; und nach neueren Angaben kann Ein GranGold zu einer Oberflache von 56,75 Quadratzoll Oberfläche (Eine Unze alsozu einer Oberflache von 189 Quadratfuß) ausgedehnt werden, und 1 Graneinen Silberdraht von Meile Lange vergolden.

Daß das Gold bereits von den Alten durch Ausziehen mittelst Blei undAbtreiben des letzteren dargestellt wurde, habe ich schon im II. Theile, Seite38, angeführt; daß das unreine Gold durch Blei gereinigt wurde, berichtetPlinius ausdrücklich (mirum est, sinirinn) ut purgetur cum plumbocogui). Noch führt dieser an, das Gold komme stets mit Silber verbundenvor, und wenn der fünfte Theil der Legirung Silber sei, nenne man sieElektrum (wie den Bernstein, wegen der blässeren gelben Farbe); vmni auroinest ÄrAentuin vsrio ponckere, :>l'di! den», sl!l>! nona, aliin octsva psrte.In uno tantuin 6sII!se metallo, gnn,l vocant Allncratense, tricesiniasexta portio invenllur, ideo ceteris prseest. Oincuingne guinta arZentiEch-iduna von portio est, electruin voestur). Daß die Alten zur Scheidung des GoldesS-I» und S„d,r. eine Cämentation anwandten, wurde im II. Theile, Seite 39,

berichtet; auch die Verfahrungsweisen spaterer Chemiker und die ersten Ver-suche, beide Metalle auf nassem Wege zu trennen, wurden da schon, Seite41 f. und 53 f., angeführt. Zur Vervollständigung der dort mitgetheiltenAngaben mögen noch folgende hier Platz finden. — Die Salpetersäure sollzur Scheidung des Goldes und Silbers im Großen zuerst in Venedig an-gewandt worden sein, gegen das Ende des 15. Jahrhunderts; man soll dortdamit aus dem spanischen Silber das Gold mit großem Vortheil ausgezogenhaben. In dem Anfange des 16. Jahrhunderts scheint dieses Verfahren inFrankreich im Großen ausgeübt worden zu sein. Der Franzose Bub«spricht davon in seiner 1516 zuerst erschienenen Schrift do asse als von ei-ner neuen Sache; ein gewisser Le Cointe habe zu Paris ein clir^sopl^simn(wörtlich Goldwäsche, oder Goldscheidung aus nassem Wege) angelegt; eswerde dazu eine agua mediosts, <zusm clir^srdcaiii appellant, angewandt.Le Cointe habe sich damit großen Reichthum erworben, und die Kunst als