Band 
Vierter Theil.
Seite
215
JPEG-Download
 

Gold.

215

Truckne ab-äestilliret, hernach edulcoriret, so habe ich zwar einen schönenGvld-Kalck, der ganz braun gewesen, bekommen, solcher aber hat nicht dasgeringste kulmimrrt, wie ich aber selbigen mit 8pir!t„ flrinao etliche mahliinbibiret, und ganz gelinde trocken lassen werden, hat er hefftig geschlagen«.Er sagt noch, wenn ein Goldkalk sich bilde, der nicht detonire, so beruhedies darauf, »daß die Verr» 8olis nicht soviel« (nicht genug) »vom Uri-noso behalten«; und spater: »damit man aber noch zuletzt sehen möge, wasbei dem Auro fulminante gewesen, und warum es geschlagen; So nimmein 8:il Vitriol! I7nc. 2. t^uri fulminant!« Ilnc. 1. Olei Vitriol, Ilnc. 1. 8.setze solches zusammen in eine Warme, so stößt das Olenm das 8sl urinse,als das I^rigääum, weg, und bleibet dein Gold gantz gediegen liegen. Undwenn es gleich etliche Wochen in der Hitze steht, so nimmt doch das Olenmnicht 1 gr. in sich. Item, wenn man ein oder etliche Untzen vom t^nrofulminante in eine Uetorten thut, und imlnlnret es mit Oleo Vitriol!,hernach clestilliret, so sublimiret sich ein 8sl volatile im Halse, welchessäuerlich, weil es sich proportionaliter mit dem Veillo verbunden. Hier-aus kannst du sehen, worinnen die Krafft im Vorn fulminante gesteckt,Nemlich im 8ale volatili concentrsto.

Die Ansicht über die Zusammensetzung des Knallgoldes, welche Kunkelhier angedeutet hatte, wurde von Berg man und Scheele bestätigt; vondem Ersteren in einer Dissertatio <Ie calce suri fulminante (1769), welchesich auch, umgearbeitet und vermehrt, in der Sammlung seiner Schriften(1780) findet, und von dem Letzteren in seiner Abhandlung von Lust undFeuer (1777). Bergman erwies, daß die Gegenwart von Ammoniak zuder Bildung des Knallgoldes nothwendig ist, und daß nicht knallender Gold-kalk durch Digestion mit Ammoniak in Knallgold übergeht; er betrachtetedieses als aus Goldkalk und Ammoniak bestehend, meinte übrigens, dasletztere gebe nicht seiner ganzen Substanz nach, sondern nur seinem brenn-baren Bestandtheile nach die Ursache der Detonation ab. Scheele hattedieselbe Ansicht über die Zusammensetzung des Knallgoldes; er untersuchteauch die Lustart, welche bei der Detonation desselben entsteht, und bemerktean ihr die Eigenschaften des Stickgases; außerdem fand er darin etwasAmmoniak, und spricht auch von den »zugleich losgewordenen Wässrigkeiten«.Seiner Theorie über Licht und Wärme (vergl. Theil I, 261 und Theil III,157 u. 201 f.) gemäß nahm er an, die Detonation des Knallgoldes beruheauf der Einwirkung der Wärme, die aus Feuerlust (Sauerstoff) und Phlo-

LlLUOIIlbX ÜLt L. I. 0.

Knallgold.