Band 
Vierter Theil.
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Platin.

»Versuche über die Platina». — Es sind dieses die wichtigsten Arbeitenüber das Platin, welche im vorigen Jahrhundert veröffentlicht wurden. Siewaren sämmtlich mit amerikanischem Platin angestellt. Am Ural bemerkteman seit 1819 in den Goldwaschereien Körner eines weißen Metalls, dessenNatur unbekannt war; 1823 entdeckte man Platin in ihnen. — Aus denneueren Untersuchungen über das Platin ist weiter unten nur der Wirkungdieses Metalls auf Weingeistdämpfe, Wasserstoff u. a. zu erwähnen.

Die Bearbeitung des Platins, namentlich die Kunst, Gefäße daraus B-arb,>,unz »,szu bereiten, machte nur sehr langsame Fortschritte. Achard beschrieb 1784, ^

daß der aus Platin und Arsenik zusammengeschmolzene Körper den Arsenikbei dem Glühen fahren läßt, und daß schmiedbares Platin zurückbleibt; erstellte damals bereits einen, wohl den ersten, Platintiegel dar. DerselbenMethode bediente man sich seit 1787 zu Paris, wo Chabanneau undÄeanetty sich in der Bearbeitung des Platins auszeichneten. Doch er-gaben sich bei dieser Methode mancherlei Nachtheile; als noch weniger prak-tisch erwiesen sich andere Vorschlage, dehnbares Platin zu erhalten, wie z. B.

V. P el leti er's (1789), das Platin durch Zusatz von Phosphor zu schmel-zen und den letzteren dann zu verjagen, und des Grafen Mussin-Puschkin(1800), Platinamalgam unter starkem Druck durch Hitze zu zersetzen. Auchgehörten Platingeräthschaften noch lange bei den Chemikern zu den Selten-heiten. So konnten V. Rose d. I. und Karsten zu Berlin, als sie1801 die Angaben von Guyton de Morveau und Deformes überdie Mischung der Alkalien (vergl. Theil III, Seite 59) prüfen wollten, wegenMangels an einem Platintiegel nicht zu sicheren Resultaten kommen. Inbem Anfange dieses Jahrhunderts beschäftigte sich Wollüsten mit der Dar-stellung reinen, schmiedebaren Platins, hielt aber sein Verfahren, aus wel-chem er reichliche Einkünfte zog, lange geheim. Es ist möglich, daß diesesVerfahren sich eigentlich auf die Angaben stützte, welche Knight in Londonschon 1800 veröffentlichte; um Platin dehnbar zu machen, schrieb diesernämlich vor, das rohe Platin aufzulösen, mit Salmiak zu fällen, den ge-trockneten Niederschlag in eine konische Form von Tiegelmasse einzustampfen,

'bn darin zum Glühen zu erhitzen und mittelst eines Stempels von derselbenMasse zusammenzudrücken-, man erhalte das Platin als eine zusammen-hängende Metallmasse, die weiter bearbeitet werden könne. Eine ähnlicheMethode beschrieb Barruel 1822; es sollte nach dieser das Platinpulver erstw einem Tiegel zusammengedrückt und geglüht, und dann in einer Stahl-

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